11. November 1918

Um 5:00 morgens wird die Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet.

 

Um 10:58 Uhr, zwei Minuten vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes an der Westfront, stirbt der kanadische Gefreite George Price aus Toronto, als letzter Gefallener dieses Krieges an der Westfront, durch die Kugel eines deutschen Heckenschützen. Zwischen der Unterzeichnung um 5:00 und dem Inkrafttreten um 11:00 sterben jede Stunde an der Westfront noch ca. 500 Soldaten.


                                                                                                 Bildnachweis: thestar.com

 Der Oberkommandierende der Alliierten Truppen, Marschall Foche, setzt den Tag des Waffenstillstands zu Ehren des Heiligen Martin, des Nationalheiligen Frankreichs, auf den 11. November fest.

Um 11:00 tritt der Waffenstillstand in Kraft. Für Frankreich, Belgien, die USA und die Länder des Commonwealth ist dieser Waffenstillstand identitätsstiftender als derjenige des zweiten Weltkriegs.


Der Krieg galt als zivilisatorischer Bruch, da in einem Ausmaß wie nie zuvor, Soldaten quasi industriell getötet wurden: neue Waffen wie Panzer und Giftgas, über weite Strecken reichende Artillerie sowie neuartige Infanteriegewehre liessen den – als Ideal immer noch favorisierten – Kampf „Mann gegen Mann“ in den Hintergrund treten.

 

Die deutschen Streitkräfte führten als Erste Krieg auch gegen die Zivilbevölkerung, was im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zurückkam, genau wie die militärisch inszenierte Massenvergewaltigung der Frauen des Gegners: Französinnen und Belgierinnen waren – angeblich als Strafaktion für meistens nur halluzinierte Heckenschützen – die ersten, gegen die im 20. Jahrhundert diese Waffe angewandt wurde. Verdichtet wurden die deutschen Schandtaten besonders gegen das kleine Belgien zum „Rape of Belgium“, der „Vergewaltigung Belgiens“.

 

Daß der darauf folgende Friedensvertrag von Versailles, mit dem Deutschland gedemütigt und bestraft werden sollte, die Saat für den Zweiten Weltkrieg ausbrachte, wird mittlerweile auch von den damaligen Siegermächten anerkannt.

 

„La Grande Guerre“, sollte derjenige Krieg sein, der zukünftig alle Kriege überflüssig macht: „the war to end all wars“. Bekanntermaßen tat er genau das nicht, sondern legte den Grundstein für neue Kriege.

 

Als Gedenkzeichen für den Ersten Weltkrieg hat sich die Mohnblume durchgesetzt. Sie ist jetzt übrigens auch, anstatt des diskreditierten Georgs-/Gardebandes,  das Gedenkzeichen der Ukraine für den Zweiten Weltkrieg.

 

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