Schlafapnoe: Charles Dickens, das Übergewicht und ich

Wer öfters schon Texte von mir gelesen, oder Bilder von mir gesehen hat, weiß, daß ich deutlsch zu klein bin für mein Gewicht, also - nach Garfield -  untergrößig. Oder, sagen wir es deutlich: übergewichtig. Und das kommt ganz klar vom - zuviel und zu gut - Essen. Wie jedeR Übergewichtige bin ich auch eine wahre Diätexpertin, ich habe schon zentnerweise abgenommen, aber, so glaube ich, das eigentlich nicht ernsthaft verfolgt. Tief im Inneren wusste ich: "Jedes Pfund ist schön an mir".

Jetzt habe ich die - vorläufige - Quittung: ein Schlafapnoe-Syndrom, und seit dem 24. Apriol habe ich eine Maske und das Gerät für die sog. CPAP-Therapie. Da der ganze Komplex viel zu wenig bekannt ist, dachte ich mir, das ist doch ein gutes Thema. Was das mit Charles Dickens zu tun hat?

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Anlässlich der Rosenburg- Akte:         Roland Freisler -  Vom Kommunisten zur "Panzertruppe der Rechtspflege"

Eigentlich wollte ich das erst an seinem Geburtstag veröffentlichen, aber am Tag der Veröffenlichung der "Rosenburg"-Akte" soll jetzt über die links-rechts Karriere eines besonders wirkmächtigen Juristen, Roland Freisler, und über einen Nachkriegs-Pensionsskandal berich tet werden:

Die Cellesche Zeitung veröffentlicht die Geburtsanzeige für den am 30.Oktober geborenen ersten Sohn des Ehepaares Julius und Florentine Freisler, Roland. Ein zweiter Sohn, Oswald, wird 1895 geboren. Vater Freisler ist Ingenieur und Lehrer. Roland geht zunächst in Aachen auf das Gymnasium, macht, wegen Umzugs der Familie, 1912 in Kassel Abitur – als Klassenbester. Auf seine „humanistische“ Bildung wird er auch später großen Wert legen: mit seinem guten Juristenkumpel Hans Frank (dem Schlächter von Polen) soll er ausschließlich in Latein kommuniziert haben.

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Duma-Wahlen auf der Krim: illegitim

Wie die russischen Duma-Wahlen auf der Krim mehr als der Hälfte der russischen Abgeordneten die Legitimität nehmen:
Erklärt von Dmytro Kuleba, Ständiger Vertreter der Ukraine beim Europarat.
Folgender Text wurde auf der Facebook-Seite der ständigen Vertretung der Ukraine beim Europarat am 14.09.2016 veröffentlicht und von Martina Steis aus dem Ukrainischen übersetzt.
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Nachkriegsblonde Türkinnen, und die Europäischen Werte, oder so. Teil 3

Echt jetzt? Das impliziert ja, daß sie es bislang an Loyalität fehlen liessen. Und wieso gleich "hohes Maß"? Soll das sie Illoyalität von Leuten ausgleichen, sie an den Galgen wünschen, sie als Diktatorin beschimpfen, und die, obwohl auch sie "schon lange in Deutschland leben", nämlich seit der Wende, bis heute zutiefst illoyal sind. Zeit, über die Loyalität der Deutschen mit türkischen Wurzeln zu schreiben.

Und "entwickeln" heißt, sie hatten es bislang nicht.

Das bestreite ich mit Nachdruck!

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23. August 1989 - der Baltische Weg

Am Jahrestag des Hitler-Stalin (bzw. Molotow-Ribbentrop)-Pakts, der Lettland und Estland der sowjetischen und Litauen der deutschen Einflusssphäre zuordnete, bildeten über eine Million Menschen aus diesen Staaten eine mehr als 600km lange Menschenkette, die später unter dem Namen „Baltischer Weg“ berühmt wurde.

 

Der Weg führte über:

Litauen: Vilnius – Širvintos – Ukmergė – Panevėžys – Pasvalys

Lettland: Bauska – Iecava – Ķekava – Rīga – Vangaži – Sigulda – Līgatne – Drabeši – Cēsis – Lode – Valmiera – Jēči – Lizdēni – Rencēni – Oleri – Zasi – Rūjiena – Koniņi

Estland: Nuija - Karksi – Viljandi –Türi –Rapla – Tallin.

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Nachkriegsblonde Türkinnen, und die Europäischen Werte, oder so. Teil 2

Nach Studium und Studentenjobs an der Uniklinik Düsseldorf und Praktischem Jahr im Düsseldorfer Nobelvorort Benrath bekam ich meine erste Assistentenstelle auf der gynäkologischen Abteilung eines damals nicht so noblen Krankenhauses im Ruhrgebiet. Wir hatten naturgemäß eine Menge türkischer Patientinnen, einfache Frauen, deren Männer einst als Bergleute aus der Türkei geholt worden waren - ein Knochenjob. Die Familien waren meistens bei der Bundesknappschaft versichert, die den Frauen nach meiner Erinnerung nach einer Entbindung 2 Tage weniger zum Erholen zugestand, als damals die anderen gesetzlichen Krankenkassen. Und wir hatten viele deutsche Privatpatientinnen, da unser Chef einen sehr guten Ruf hatte.

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Nachkriegsblonde Türkinnen, und die Europäischen Werte, oder so. Teil 1

Unstreitig sind die Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland schwer gestört, was ich persönlich sehr bedaure. Das heißt NICHT, wie mir in den sozialen Netzwerken bereits unterstellt wurde, daß ich Erdogan bedingungs- und besinnungslos verteidige, mir geht es ganz wesentlich um den Umgang mit den hier lebenden türkeistämmigen Menschen, und der ist aus meiner Sicht mehr als kritikwürdig.

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Deutsche Welle -  ein fragwürdiger Trip auf die Krim

Quelle: Halya Coynash, Kharkiv Human Rights Protection Group, 6. August 2016

Es sollte auch in den Medien, noch Konsens sein, daß die russische Annexion der Krim völkerrechtswidrig ist. Doch man fragt sich, ob Leiter des Moskauer Büros der  der aus Steuergeldern finan-zierte Deutschen Welle das anders sieht: unter Verstoß gegen ukrainische Gesetze reiste der Leiter des Moskauer Büros, Jurij Rescheto über Russland ein und nahm an einem Propaganda-Trip auf die Krim teil, der sofort propagandistisch ausgeschlachtet wurde, und bei dem er auch durch besonderen Eifer aufgefallen sein soll. Entsprechende – und mittlerweile gelöschte, aber über die wayback-machine noch auffindbare tweets gehen mittlerweile viral. Ist für Herrn Rescheto die Krim jetzt russisch? Es scheint so. Die ukrainische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Halya Coynash deckte das Ganze  auf: auch wenn einige Einzelheiten des Besuchs mittlerweile zwischen DW und Frau Coynash strittig sind: es bleibt, daß Rescheto, der Leiter des MOSKAUER Büros der Deutschen Welle über Russland auf die Krim gereist ist. Das ist ein Verstoß gegen ukrainische Gesetze und die Reisehinweise des AA sind hier auch eindeutig. Ausserdem fragt man sich, warum nicht der Leiter des Kyiver Büros der DW diese Einladung wahrgenommen hat. Hier ist zunächst Halya Coynashs Artikel.

 

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Gespräche zwischen Russland und der Türkei über Turkish Stream werden wieder aufgenommen

Quelle: Turquie-news vom 31. Juli 2016

 

Der russische Energieminister, Alexander Nowak hat die Wiederaufnahme der Verhandlungen über die unter dem Namen Turkish Stream bekannte Gaspipeline angekündigt.

 

In einer am Freitag ausgestrahlten Sendung im Kanal "Rossiya 24" erklärte Nowak, die Türkei wolle auf direktem Weg 15,75 Milliarden Kubikmeter Naturgas importieren.

 

 

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31. Juli 1932 Die tscherkessische Miss Universum

In Spa/Belgien wird die amtierende Miss Türkei 1932, Keriman Halis Ece, *16. Februar 1913, † 28. Januar 2012, jeweils in Istanbul, zur Miss Universe 1932 gekrönt. Erste Miss Türkei wurde 1929 Feriha Tevfik Dağ, später eine bekannte Filmschauspielerin.

 

Keriman Halis ist von ubychischer, also westkaukasischer Herkunft, diese tscherkessische Volksgruppe – Eigenbezeichnung Pech – siedelte über Jahrhunderte am Ostrand des Schwarzen Meeres in der alten Kolchis und flüchtete 1864 geschlossen, also mit 30 000 Menschen, nachdem die Russen ihre Heimat erobert und viele von ihnen ermordet hatten, in die Türkei. Viele Mitglieder ihrer Familie spielten im kulturellen und wissenschaftlichen Leben eine Rolle, ihr Onkel, Muhlis Sabahattin Ezgi, war ein bekannter Operettenpianist, ihre Tante, Neveser Kökdeş, eine bekannte Musikerin und Komponistin. Ihr Bruder, Turgan Ece, war einer der ersten Präsidenten des Fußballclubs Galatasaray Istanbul.

 

Nach dem Erlass des Gesetzes , das alle türkischen Bürger verpflichtete, sich einen Nachnamen zu wählen, soll Atatürk persönlich ihr – Halis war der Vatersnamen – den Nachnamen Ece, Königin, verliehen haben.

 

Sie arbeitet später als Model und Pianistin, heiratet zweimal, bekommt drei Kinder und stirbt 2012, knapp 3 Wochen vor ihrem neunundneunzigsten Geburtstag.

 

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Traumatisiert: Die Attentäter von Fort Hood, München, Würzburg und Ansbach

Damit wir uns recht verstehen: ich möchte die Attentäter nicht verteidigen und auch niemanden einen Vorwurf machen: doch ich fürchte, beim "handling" nicht nur von Muhammad D. sind einige tragische Fehler passiert, aus denen man dringend lernen muss, damit sie sich nicht wiederholen. Schuldzuweisungen bringen hier überhaupt nichts.

Ich mache hier einige Vorschläge...

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Schafft Olympia ab, Olympia hat fertig!

Kann mal jemand bitte diese Farce beenden? Putin-Freund Bach hat - erwartbar - den Start für die russischen Chemieprodukte doch freigegeben. Olympia findet mit Rio an einem - wegen Zika, Korruption und Terrordrohung - vollkommen untauglichen Ort statt, und zwar gegen den Willen weiter Teile der Bevölkerung. Aber eigentlich ist das alles nichts Neues.

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Morgen hat Diam's Geburtstag

Morgen wird die ehemalige französische Rapperin Mélanie Géorgiades, Künstler- name Diam's, 36 Jahre alt.

Diam's war lange der einzige weibliche Star der französischen Rap-Szene und wurde mit ihrer Konversation zum Islam 2008 zur Projektionsfigur antiislamischer Ressenti- ments und Kampagnen.

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Renate Künast, Schüsse, Twitter und Asylbewerber

So langsam drehen jetzt alle durch! Was ist passiert: die Polizei hatte versucht, einen siebzehnjährigen Asylbewerber zu stellen. Der Junge ging auf die Polizisten los und wurde von ihnen erschossen. Soweit die Nachrichtenlage. Frau Künast, gelernte Juristin, setzte den nebenstehenden "irritierenden Tweet" ab und geriet in einen Shiststorm. Von Anfang an alles fröhlich am Thema vorbei, der tweet, der Shitstorm, der ausbrach, bevor gesichert erschien, daß der 17-jährige sich in einem Bekennervideo zum IS bekannte. Ich unterstelle mal, Frau Künast hat sich länger nicht mit dem Problem der Notwehr/des Finalen Rettungsschusses beschäftigt... Es muss nicht jedeR zu allem was sagen...

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Pressemitteilung: Die Union der Moscheen Frankreichsverurteilt diesen feigen und verabscheungswürdigen Anschlag ohne Wenn und Aber

Pressemitteilung der Union der Moscheen Frankreichs, 15.07.2016

Die Union der Moscheen Frankreichs, UMF, verurteilt den feigen und verabscheuungswürdigen Anschlag aufs Schärfste, der in der Nacht des 14. Juli 2016, dem Nationalfeiertag, auf der Promenade des Anglais verübt wurde und der mehr als 84 Todesopfer, darunter viele Kinder forderte. Weiter wurden Dutzende verletzt, zwanzig von ihnen befinden sich in einem absolut kritischen Zustand.

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Marwa el-Sherbiny - die Zeichen an der Wand, Teil 1

Heute vor 7 Jahren wurde die im dritten Monat schwangere ägyptische Apothekerin und ex-Spitzensportlerin (errang mit der ägyptischen Handball-Nationalmannschaft bei einer afrikanischen Meisterschaft den 3. Platz) Dr. Marwa el-Sherbiny von dem in Russland geborenen Deutschen Alex W. in Dresden ermordet.

 

Ihr Mann, der Naturwissenschaftler Elwy Okaz wurde beim Versuch, dem Täter das Messer zu entwinden, zunächst vom Täter mit ebenfalls sechzehn Messerstichen schwer verletzt, dan von einem zur Hilfe gerufenen Bundespolizisten angeschossen, wobei er einen Schussbruch im Oberschenkel erlitt.

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Brexit - der Katzenjammer

Die "spleenigen Inselbewohner", jedenfalls ihr englischer Teil, (O-Ton "Lügenpresse") scheinen jetzt aus ihrer Brexit-Euphorie aufzuwachen, und zu versuchen, zurückzurudern, und  - ehrlich gesagt - finde ich das noch schlimmer, als wenn sie die Nummer mit "stiff upper lip" durchziehen würden, "Right or wrong, my country..." oder so.

Obwohl mir klar ist, daß es solche Politiker und so ein "Stimmvolk" auch anderswo gibt, habe ich das, was da jetzt anscheinend abgeht, nicht erwartet - nirgendwo... Man möchte laut loslachen, aber dann bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Das ist ein politisches, die mich ehrlich gesagt, schaudern lässt. Vorbereitet ist offenbar nichts. Das Ganze scheint ein Spielchen zur Machtsicherung gewesen zu sein.

Das hätte ich in meinen kühnsten Albträumen nicht erwartet, was Land und Leute da jetzt abziehen. Jetzt wäre es auch mir recht, wenn sie gehen. Man muss sie nicht gleich rauswerfen, aber allzu lange sollte das nicht (mehr) dauern.

 

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Brexit - der Giftbecher

Quelle: Indy.100.independent vom 26.6.2016

Jetzt, da sich der Pulverdampf auf dem Schlachtfeld des EU-Referendums sich gelegt hat, erwarten 33 Millionen mit angehaltenem Atem, um zu sehen, was die Sieger machen werden, jetzt, da die Nation gesprochen hat und austreten will.

Politische Kommentatoren sagen eine dunkle Zukunft für das Vereinigte Königreich voraus.  Jeremy Corby hat, um einen Putsch abzuwenden, Hilary Benn gefeuert, und Boris Johnson könnte im November Premierminister werden.

David Camerons Entscheidung zurückzutreten, bevor er den Artikel 50 ausgelöst hat, der festlegt, wie ein Land die EU verlässt, haben möglicherweise größere Konsequenzen für die Hoffnungsträger der Konservativen, die den Posten des Premierministers im Visier haben, als das, wofür sie gefeilscht haben.

Während sich Panik breitmacht, hat hat ein Kommentator im Guardian interessante Theorien zu diesen Komplikationen.

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Es geht schon los: Nigel Farage zieht das erste Mal den Schwanz ein

Quelle: de Standaard.be, 24.6.2016

"Wir schicken der EU jede Woche 350 Millionen Pfund. Lassen wir stattdessen unseren Nationalen Gesundheisdienst sponsern.

 

Das war einer von den Kampagnenslogans des 'Leave'- Camps schlechthin. Nun da der Brexit Tatsache ist, zieht Nigel Farage seinen Schwanz bereits ein: 'Es war ein Fehler von mir, das zu behaupten. Das kann nicht funktionieren.'"

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Brexit - Mit Klarheit und Optimismus

Cameron hat sich verzockt und die Zukunft - nicht nur - der Jungen in seinem Land zunächst verspielt. Das jahrelange Schlechtreden der EU, aber auch deren Fehler haben erste Früchte getragen. Es werden Wetten angenommen, welches Land als nächstes den Austritt vorbereitet. Wie Rechtspopulist Nigel Farage bereits gesagt hat: es gehe nicht nur um Großbritannien, es gehe auch um andere Staaten. Darum ist es gut, daß sich Europa auf Klarheit zu verständigen scheint. Doch auch Optimismus tut not.

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Während des Ramadan in Samarkand- Teil 6

Danach gehe ich erst einmal zum Basar. Unterwegs fällt mir auf, daß recht viele Garküchen in Betrieb sind und auch frequentiert  werden. Im Angebot reichlich Westliches,  und auch ein 96 (!) - prozentiger Schnaps, spirrit, wird reichlich angeboten. Doch wer bin ich, mich darüber zu mokieren!

 

 

Am Eingang des Basars steht wieder ein Beter. Jeder, den er, ohne sein Gebet zu unterbrechen, durchdringend anschaut, läuft zu ihm und gibt ihm etwas.

 

Mit der Bettelei bin ich inzwischen versöhnt, denn es fällt mir auf, daß, mit Ausnahme des recht jungen „Stoßtrupps“ vor der Nekropole meistens alte Menschen versuchen, auf diese Weise zu etwas Geld zu kommen. Möglich, daß es für sie eine Frage der Würde ist, daß sie für das Almosen auch immer etwas geben.

 

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22. Juni 1940 - General De Gaulle ruft die Franzosen zu Widerstand und Kampf

Am 18. Juni 1940 wendet sich, als Reaktion auf die Kapitulation Frankreichs, der mittlerweile nach London geflüchtete, junge, französische Brigadegeneral Charles de Gaulle über Radio London zum zweiten Mal an seine Landsleute.

Das offizielle Frankreich hatte kapituliert, der Held von Verdun, Marschall Pétain galt nicht wenigen Franzosen aus derjenige, der Frankreich zum zweiten Mal gerettet habe.

De Gaulle, den mit Pétain schon früher gegenseitige Verachtung verbunden hatte, flüchtete am 17. Juni 1940, als Reaktion auf die Ankündigung der Bitte um Waffenstillstand durch Marschall Pétain, nach London und rief von dort über Radio seine Landsleute zum Widerstand auf, und die wehrfähigen Männer, sich ihm und den von ihm gebildeten Streitkräfte des Freien Frankreich anzuschließen.

Für seinen Ungehorsam und Widerstand wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Das nebenstehende Plakat, das „Plakat von London“, l‘ affiche ‚Á tous les Français‘   zählt mit dem darauf gedruckten Text mittlerweile zum Dokumentenerbe der Menschheit. Am 22. Juni 1940 folgte die nächste Rede. Stalin und Hitler waren da noch ziemlich beste Freunde.

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Alfred Liskow

Der deutsche Wehrmachtssoldat, Arbeiter in einer Möbelfabrik und Kommunist Alfred Liskow durchschwimmt abends um 21:00 Uhr den Bug um die Rote Armee davon zu unterrichten, daß der Angriff auf die Sowjetunion unmittelbar bevorsteht. Dies berichten übereinstimmend alle Quellen über ihn.

 

Über sein weiteres Schicksal gibt es widersprechende Berichte, die einander ausschließen: entweder ist er, auf unmittelbaren Befehl Stalins sofort als „Desinformant“ erschossen worden; nach einem Verzeichnis der Rosa-Luxemburg-Stiftung verfasste er das erste antifaschistische und an die deutschen Truppen gerichtete Flugblatt und fiel als Soldat der Roten Armee im Sommer 1941, nach wieder anderen Quellen hielt er sich zunächst in Moskau auf, sei dann von Komintern-Generalsekretär Georgi Dimitroff als Faschist und Antisemit gebrandtmarkt und daraufhin erschossen worden.

 

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Michail Chodorkowskij - die Schlacht von Marseille

Quelle.

Ein Land definiert sich durch seine militärischen Siege -  für Russen  heisst das: die Schlacht auf dem Eis, die Schlacht auf dem Kulikowo Polje, Borodino, Stalingrad und jetzt ... Marseille.

Es war ein überwältigender Sieg, einer für die Geschichtsbücher. Die Russen waren deutlich in Unterzahl. Ihnen gegenüber standen die massenhaften Reihen der Engländer. An der Seitenlinie saßen die Franzosen und warteten, wie sich die Schlacht denn entwickeln würde.

Doch unsere tapferen Russen waren bis an die Zähne bewaffnet, diszipliniert, kampfgestählt von den Bürgerkriegen die sie in St. Petersburg und Moskau gekämpft haben, sowie narbiger Veteranen, die aus der Ukraine und Syrien zurückgekommen sind.

Man schloss sich der Schlacht an und die Engländer wurden alsbald dazu gebracht, zu fliehen, zu fliehen durch die dunklen Straßen der Altstadt, sich duckend unter den Schlägen unserer Krieger, die blutbedeckt und mit freiem Oberkörper angriffen...

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Fußballkrawalle: Russischer "Fan" posiert mit "Rassekrieger"-T-shirt.

Der international angesehene Rechtsex-tremismus-Forscher Anton Shekovtsov erkannte bei einem Gruppenbild der russischen "Hooligans" ein eindeutiges T-shirt (roter Pfeil): eines der russischen Rechtsextremistenorganisation "White Rex", deren vk-Account auch für Nicht-Russisch-Sprechende nicht mißzuverstehen ist. White Rex hat gute Beziehungen zu Regierungs- und Geheimdienst-Strukturen. Deswegen ist es wichtig, diese Informationen auch auf Deutsch zur Verfügung zu stellen. Die Fahne, mit der da posiert wird, scheint übrigens - auch wenn man den entsprechenden Kommentar liest, eine britische Beutefahne zu sein.

Anton Shekhovtsov hat mir  erlaubt, einen Artikel zu übersetzen, in dem er  schon im November 2014 darüber berichtete, daß "White Rex" unter anderem in Wales britische Neonazis ausbildet und trainiert, um sie für antisemitische und antimuslimische Ausschreitungen fit zu machen und noch weitere rechtsextreme Aktivitäten pflegt.

 

Hier ist, heute bei fb aktuell kommentiert, sein Artikel:

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Während des Ramadan in Samarkand- Teil 5

Schon wieder fast die ganze Nacht nicht geschlafen, denn der Kampfhund heulte und bellte bis mindesten morgens um 3:30 Uhr. Morgens pünktlich zu suhur (Frühstück) und fadjr aufgestanden. Father John hatte am Vortag schon die Fahrt zur Hodja Zudmurod - Moschee, der Samarkander Zentralmoschee organisiert.

 

Als ich dort um 6:30 Uhr eintreffe, ist noch stockfinstere Nacht. Ich hatte schon vorher festgestellt, daß die hiesigen Gebetszeiten sich doch ganz erheblich von den in Deutschland mittels Computer ermittelten unterscheiden. Ich hoffe, dort den Imam Katib zu treffen. Es scheint dort gerade das Frühgebet stattzufinden, denn einige Männer haben sich draußen, im „Sommerteil“ aufgestellt. Ich stelle mich also in gebührender Entfernung von den Männern auf verrichte das Gebet, das ich für das Frühgebet halte, also noch einmal als „Schuldgebet“, als Ersatz für ein anderes, das ich irgendwann einmal versäumt habe. Eigentlich hätte ich erwartet, daß die Zentralmoschee von Samarkand im Ramadan voller ist...

 

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Während des Ramadan in Samarkand -Teil 4

Als wir am Eingang zur Nekropole unseren Obulus bezahlen, will ein freundlicher Mann wissen, ob ich aus Deutschland komme. Die positive Antwort erfreut ihn sehr. Er sei zwei Tage zuvor von einer Besuchsreise aus Deutschland zurückgekommen.

Er ist einer der beiden, die am Eingang als Du’a-Beter oder Koran-Rezitator wirken, bei denen man ein Du’a oder eine Koran-Rezitation gegen eine Spende bestellen kann.

 

Das für die Gebete eingenommene Geld wird überall offenbar für die Renovierung und/oder Erhaltung religiöser Bauwerke verwandt, und es scheint mir usbekische Tradition zu sein, einem Beter immer sadaqa (Almosen) zu geben, weil man sich offenbar von den Gebeten dann mehr Kraft verspricht.

Man setzt sich während der Rezitation oder des Gebetes daneben, hört entweder zu oder betet mit nach oben geöffneten Händen mit. Außerdem ist es offenbar adab, d.h. gute Sitte, daß, während eines Gebetes jeder stehenbleibt und die Hände erhebt.

 

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Während des Ramadan in Samarkand - Teil 3

Nach dem suhur (Fastenbrechen) und fajr (Morgengebet) lege ich mich morgens zunächst wieder hin. Father John hatte mich freundlicherweise geweckt. Um 1100 Uhr stehe ich dann endgültig auf.

Der Abend zuvor war noch reichlich unangenehm gewesen: ab Einbruch der Dunkelheit wacht auf dem Hof ein „geleaster“, riesiger, usbekischer Wolfshund, der „hauptberuflich“ als Kampfhund eingesetzt wird. Tagsüber wird er von seinem Besitzer trainiert und am Wochenende kämpft er. Die ganze Zeit ist mir die Vorstellung im Kopf herumgekreist, daß das Tier im Prinzip bei jedem seiner Kämpfe zu Tode kommen kann. Der Hund schien sich da auch so seine Gedanken zu machen, denn er bellte und heulte die ganze Nacht. Das Tier ist riesig, so eine Art Wolfshund, dem man jedoch, damit sich kein Gegner festbeißen kann, Schwanz und die kompletten Ohren amputiert hat. Da der Hund wirklich fast die ganze Nacht auf dem Hof verrückt gespielt hatte, war ich fast nicht zum Schlafen gekommen.

 

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Während des Ramadan in Samarkand - Teil 2

Mein erster Weg führte mich zum Registan. Das berühmte Ensemble aus den drei Medressen ist in jedem Reiseführer zu besichtigen, ich habe mich lieber auf die Einzelheiten konzentriert.

 

1998 war man gerade dabei, das Ensemble, das über die Jahre nicht nur durch Fehler in den Wasserleitungen, sondern auch durch Fehler der sowjetischen Restauratoren schwer gelitten hatte, wieder neu zu restaurieren, oft auch nicht zu dessen Bestem.

 

 

„Plötzlich sahen wir bemalte Minarette, die in einem blauen Licht erzitterten, das unter die Haut ging und große Kuppeln von einem Blau, gleich dem Blau des Mantels der heiligen Jungfrau, die zusammen mit den mächtigen Gebäuden das Gewicht des Himmels schulterten, mitten unter leuchtend grünen Bäumen und Gartenanlagen.“

Laurens van der Post, Journey into Russia, 1964

 

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Während des Ramadan in Samarkand - Teil 1

Im Januar 1998 bin ich auf eigene Faust - allerdings mit Hilfe eines Kameraden und seiner Familie über Moskau nach Usbekistan gereist. ich habe einiges an Material für ein Buch gesammelt, das auch noch auf meiner ToDo-Liste steht. Im Ramadan war ich in Samarkand.

Nachdem ich mich in Taschkent mit meiner russischen Dolmetscherin und deren Familie angefreundet hatte, bin ich von Taschkent mit dem Bus nach Samarkand weitergereist.

Darüber zu berichten ist passend für den am Montag beginnenden Ramadan.

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Von Österreich lernen ...

Am 22. Mai wurde der unabhängige Kandidat Alexander Van der Bellen zum neuen öster-reichischen Bundespräsidenten gewählt. Ein Mann mit einer beeindruckenden Biografie, der in Österreich eine beeindruckende Unterstützerszene mobili- siert hat und dem Kandidaten der Rechtspopulisten und -extremisten den schon sicher geglaubten Sieg entreißen konnte. Ich denke, daß man im Guten und im Bösen von Österreich im Allgemeinen und von dieser Wahl in Deutschland lernen kann und muss.

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Petersburger Soldatenmütter: Neue App zum Schutz der Wehrpflichtigen

Global-Voices-Autorin Tetyana Lokot am 23.05.2016:

 

Menschenrechtsaktivisten haben eine neue mobile App für russische Wehrpflichtige herausgebracht, die diese mit nützlichen Informationen über die dringendsten Fragen zur Wehrpflicht versorgt, und ihnen ermöglicht, unabhängig ihre Rechte zu verteidigen.

 

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Oberrabbiner der Ukraine: Das Leiden der Krimtataren nicht ignorieren

von Halya Coynash, Kharkiv Human Right Protection Group, 22.05.16.

 

"Die Welt darf das Leiden der Krimtataren nicht ignorieren, so wie sie damals das unsrige ignoriert hat. Unser Aufschrei muss gehört werden, damit der Horror der Vergangenheit sich hier und jetzt nicht wiederholt. Unsere Worte müssen erschallen, weil die Welt zur Zeit über das Schicksal der Krimtataren schweigt." 

Dies war am 18. Mai die Nachricht von    Yaakov Dov Bleich, als er in Kyiv auf einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Deportation des Krimtataren-Volkes sprach. Diese Worte richteten sich an eine Welt, die wiederum bitterlich versagt, wo sie darauf reagieren müsste, daß ein ganzes Volk in Gefahr ist.

 

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Empfehlung 1162 (1991) der parlamentarischen Versammlung des Europarats über den Beitrag der Islamischen Zivilisation zur Europäischen Kultur

Der Europarat ist eine zwischenstaatliche politische Organisation. Ziel des Europarats ist es, die Zusammenarbeit auf politischem, wirtschaftlichem, sozialem, kulturellem und wissenschaftlichem Gebiet zu stärken, auf den Schutz und die Wahrung der Menschenrechte zu achten und so die Entwicklung seiner Mitgliedstaaten zu fördern.

Als Organe des Europarates wurden das MinisterInnenkomitee, die Beratende Versammlung (heute Parlamentarische Versammlung) sowie das Generalsekretariat mit Sitz in Straßburg eingerichtet. 1991 veröffentlichte er, nachdem eine Erklärung über den Beitrag der Juden zur europäischen Kultur und Zivilisation bereits veröffentlicht hatte, eine ebensolche zum Beitrag des Islam.

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Rauchen, Schockbilder und ein Schuss Heuchelei

Als ex- (mehr als dreissig Jahre) Raucherin kann ich da mitreden. Seit dem 20. Mai sind also Schockbilder auf Zigarettenpackungen Pflicht. Für mich einfach nur verlogene, moralinsaure Symbolpolitik. - Wahrlich kein Wunder, daß für viele "political correctness" ein Schimpfwort ist...

Zuerst hatte ich mir ja überlegt, hier auch ein Schockbild zu posten, aber dann habe ich mich für meine damalige Lieblingszigarette entschieden.

 

Und so leset die Geschichte meiner Raucherkarriere und wie ich es mir abgewöhnt habe. Ein militanter Nichtraucher bin ich bis heute nicht.

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Russland hindert die Krimtataren daran, ihrer Deportation zu gedenken

Der grandiose Sieg von Jamala beim ESC kam zur rechten Zeit. Russland zieht die Unterdrückungsschraube auf der Krim an. Morgen jährt sich der Tag der völkermörderischen Deportation, die Jamala mit ihrem Siegeslied besungen hat, zum 72. Mal. Der traurige Höhepunkt einer Eskalationsspirale der Unterdrückung: Sie dürfen morgen, am Jahrestag ihrer Toten und ihrer Leiden nicht gedenken! Die Journalistin Halya Coynash von der Kharkiv Human Right Protection Group (KHPG) schreibt dazu:

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Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten?

Die erste Version dieses Artikels habe ich 2012 für die Freitag-Community verfasst, anlässlich einer Bemerkung von Joerg Lau in dessen Facebook-Account, am damals nächsten Auschwitz-Gedenktag solle doch mal ein russischer (sic!) Veteran im Bundestag sprechen, schließlich habe die Rote Armee das Lager befreit. Der Artikel stand damals mit mehreren hundert Kommentaren, bis die Redaktion eingriff an der Spitze der Community-Artikel, nicht zuletzt, weil eine ehemalige Sowjetbürgerin verzweifelt gegen mich anschrieb. Mittlerweile hat sich einiges geändert, nicht nur in meiner Sicht auf die Dinge. Vieles aber habe ich bis heute nicht zurückzunehmen.

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Der Chef von Putins Nachtwölfen - in Geschichte nicht aufgepasst...

Autor: Robert Colson, rferl.org, 3. Mai 2016

Seit Jahren ist es ein ständiges Mantra der Putin-Unterstützer, daß der Westen die Geschichte des Zweiten Weltkriegs "revidieren" wolle. Viele im Westen würden die enormen Opfer des Sowjetvolkes im Kampf gegen Hitlerdeutschland - das ungefähr 20 Millionen Menschenleben verlor - nicht angemessen würdigen.

Doch am 1. Mai, während eines Zusammentreffens mit Journalisten in der Belorussischen Stadt Brest, war es an Alexander Saldostanow, dem Chef des berüchtigten Pro-Putin-Motoradclubs "Nachtwölfe", beachtlichem Geschichtsrevisionismus zu frönen.

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02. Mai 1945: Inszenierung und Russifizierung einer Kriegsikone

Inszenierung einer Kriegsikone: Der "russische Capra", Jewgenij Chaldej, stellt die Flaggenhissung, nachdem der Reichstag bereits am 30. April erobert worden war, am 2. Mai 1945 nach: endlich hatte die Roter Armee es geschafft, der Weg zum Reichstag, на рейхстагом, in das Herz der Finsternis war zuende, der Krieg gewonnen.  In Moskau wurde ein schönes Bild mit der passenden Geschichte gebraucht. Es musste mehrfach nachgebessert werden: im Hintergrund wurden Rauchschwaden eingefügt und dem russischen Rotarmisten Michail Jegorow, der den Flaggenhisser stützte, wurde eine von zwei Armbanduhren wegretuschiert.

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Der Ziegenficker - ein europäisches Kulturgut?

Der Narrativ vom "Ziegenficker" ist im Zusammenhang mit der Böhmermann-Affäre bis ins Feuilleton und die etablierten Nachrichtenportale eingeschlagen. Es scheint sich um ein Faszinosum zu handeln, da selbst bei sich aufgeklärt wähnenden Medienmensch*innen eine Saite zum Klingen bringt, die man eigentlich nach 1945 in Deutschland überwunden zu haben glaubte: die Sexualisierung des Feindes mittels Griff zwischen die Beine. Und so sagen solche sexualisierten Feindbilder mehr über den aus, der sie transportiert, als über den, den sie angeblich beschreiben.

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Gallipoli

25.04. 1915: Beginn der Gallipoli-Bodenoffensive mit der Landung hauptsächlich australischer und neuseeländischer Truppen (Australian and New Zealand Army Corps, ANZAC) mit 30.000 Soldaten auf der Halbinsel Gallipoli. Strategisches Ziel: Gallipoli sollte Zwischenziel sein auf dem Weg der Eroberung Konstantinopels. Die Truppen des Empire wuchsen später auf 469.000 auf, verstärkt durch 79.000 Franzosen. Die Landung und somit der Beginn der Bodenoperationen erfolgte, da der eigentliche Plan, die Halbinsel durch reine Marineoperationen zu erobern, auf den der Erste Lord der Admiralität (=Marineminister), Winston Churchill, gesetzt hatte, gescheitert war. Es kam zu einem 8 Monate dauernden Gemetzel. Nach achtmonatigem, erbittertem Kampf verließen die Briten und ihre Verbündeten am 9. Januar 1916 geschlagen das Schlachtfeld.

 

Die Schlacht kostete 44.072 alliierte und 57.263 osmanische Soldaten das Leben.

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Die Philosophen auf Putins Nachttisch

Was einen ja immer wieder erstaunt: Leute, die sich unverdrossen für links halten, stehen in Treue fest zu einem rechtskonservativen, antikommunistischen, nationalistischen und turbokapitalistischen Regime. Ist das Dummheit oder tun sie das wider besseres Wissen? Dieser lange Artikel, dessen ersten Teil ich schon früher übersetzt habe, hilft bei der Antwort. Hoffentlich. Deswegen war es mir wichtig, ihn zu übersetzen.

Artikel von: Casper Thomas
Quelle: De Groene Amsterdammer 12/2014 vom 19. März 2014

Russlands Präsident liest gerne nationalistische Philosophen aus der prä-sowjetischen Ära. Denker wie Iljin, Berdjajew und Solowjow haben sein Denken stark beeinflusst. Ein roter Faden in deren Werken ist der tiefe kulturelle Graben zwischen dem kalten, materialistischen Westen und ihrem großen, großen Russland.

 

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Am 22. April 1915 um 18.00 in Ypern ...

Erster Einsatz der „Gaswaffe“ durch deutsche „Gaspioniere“ in Ypern/Belgien. Um 18:00, bei günstigem Nord-Nordostwind wurden im Frontabschnitt zwischen Bixschoote und Langemarck 1600 große und 4100 Chlorflaschen zum Abblasen von insgesamt 150 Tonnen Chlor geöffnet.

Die am häufigsten genannten Opferzahlen: 15000 Gasvergiftete, 5000 Tote.

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Erfahrungen mit Künstlichen Hüftgelenken

Bis 2007 hatte ich ein recht beliebtes Blog, das sich auch mit Gesundheitsthemen beschäftigt hat - nicht "Der ärztliche Rat" (was ich auch garnicht dürfte), gefühlt zum x-ten Mal, sondern einfach meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse, und die Schlüsse, die ich daraus gezogen habe. Das will ich jetzt wieder aufgreifen. -  Wenn's dem einen oder der anderen hilft, umso besser...

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Ukraine? Ist uns egal ...

Wilmer Heck, nrc handelsblad 31.3.16

Worum es wirklich ging, haben die Initiator*innen des "Bürgerkomitees EU" am 31. März dem nrc.handelsblad in erfreulicher Deutlichkeit erzählt und damit den Mittelfinger ausgefahren. Sie haben ihr Ziel erreicht. Nicht "die Niederländer", sondern nur 20% von ihnen haben gegen das Abkommen gestimmt, das ihr Premier, Mark Rutte allerdings jetzt "respektieren" will.

Die Herrschaften haben mehr als zwei Jahre gewühlt und jetzt hat es sich ausgezahlt. Die Link(sliberal)en, die gedacht hatten, das Referendum habe eh keine Konsequenzen, werden sich noch wundern.

 

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Mark Rutte und der Pudding an der Wand

Gestern hielt ein offensichtlich vollkommen überforderter Premierminister Rutte seine wöchentliche Pressekonferenz und wurde von den anweseneden Journalist*innen fast vollkommen filettiert - wie sich die Autoren des rechtspopulistischen Internetportals "Geenstijl" (kein Anstand) zu Recht ausdrücken. Der Versuch der Journalist*innen, Mark Rutte eine klare Aussage zu entlocken, war wie der Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Das schafften sie nicht und wurden deswegen auch mit der Zeit ungehalten, was "Geenstijl" dann entsprechend hämisch kommentierte: Mark Rutte habe Angst vor "dem Bürger". Das Video wurde auf deren Website eingebunden. Ich dokumentiere hier die wichtigsten Aussagen. Zuvor stelle ich, nach dem "Bürgerkomitee" zwei weitere Sturmgeschütze der Kampagne vor, Geenstijl und Geenpeil:

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Auch Dietmar Bartsch fischt in rechten Gewässern

Man hatte ja noch Hoffnung, daß Dietmar Bartsch die Querfronterei von Sahra Wagenknecht neutralisieren kann, aber die kann man nach dem dem folgenden Facebook-Post, den ich hier dokumentiere, wohl begraben.

Wer mag, kann seine "Argumente" ja mit denen der Putin-Pudel im vorhergehenden Post vergleichen - viele sind deckungsgleich.Zwar braucht "der Osten" starke Stimmen, aber das Folgende ist eine "starke Stimme" für Putin und Europas Rechtspopulisten und - extremisten.

Kalauer, in denen das Wort Komintern vorkommt, verkneife ich mir jetzt. Die LINKE ist tief gesunken und von der AfD nicht mehr zu unterscheiden.

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Ukraine? Putins nützliche Idioten

Erst jetzt, wo das Referendum schon gelaufen ist, wird mir klar, worum es dabei ging. Es ging nicht um die Ukraine!

 

Deer Internetauftritt des Komitees, mit dem es nicht ohne Erfolg versucht hat, den Wählern Sand in die Augen zu streuen, ist entlarvend: Eine niederländische 5. Kolonne für Putin!

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Am 6. April 1896

In Athen werden die 1. Olympischen Spiele neuer Zeitrechnung durch König Georg I. eröffnet. Dreihundert Athleten messen sich in neun Disziplinen.

Zunächst war man nicht begeistert, denn das Land hatte kein Geld für den Bau der Hauptkampfstätte, doch dann übernahm der schwerreiche Finanzier Giorgios Averoff die Kosten des Neubaus des Panathinaikos-Stadions aus eigener Tasche. Das Stadion steht auf den Ruinen seines antiken Vorgängers. König Georg I. eröffnete die Spiele vor 60.000 Zuschauern, es wurde in 9 Disziplinen von 300 Athleten aus 13 Ländern gekämpft.

 

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Poroschenkos Offshore-Geschichte stellt Standards und Unabhängigkeit der ukrainischen Medien auf den Prüfstand

Autorin: Veronika Melkozerova, Kyivpost 4.April 2016

Daß der Name ihres Präsidenten Petro Poroschenko in den Panama-Papers auftaucht, hat die ukrainische Öffentlichkeit und ihre Medien aufgescheucht. Kyivpost-Autorin Veronika Melkozerowa stellt fest, daß der Umgang damit eine Bewährungsprobe für die einheimischen Medien ist. Schon jetzt zeigt sich allerdings ein deutlicher Unterschied zur Methode des Umgangs zu den russischen Medien, die es schlankweg als putinophobe Verschwörung abtun, daß Namen aus dem Umfeld des russischen Präsidenten auch in den Papers erscheinen und sich ansonsten in Whataboutismus üben.

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Kein Muslim hat je den Terror verurteilt

Schon 2008 hatte ich andernorts gegen das Dauermantra, daß kein Muslim je den Terror verurteilt hätte etwas geschrieben. Diese Behauptung war schon 2001, unmittelbar nach nine-eleven nicht wahr, 2008 nicht, 2016 nicht. Es wird von Muslimen, die keinerlei Einfluss auf die Terroristen haben, der "Aufstand der Anständigen" erwartet, und daß sie sich "endlich mal gegen den Terror positionieren" ... "und endlich mal eine Fatwa". Nun, all das ist längst geschehen, was viele jedoch nicht davon abhält, immer noch die Gebetsmühle zu drehen.

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25. März: Estland gedenkt der Opfer der sowjetischen Verbrechen

Aus Estonian world 25.03.2016

 

Am 25. März wurden auf dem Freiheitsplatz in Tallin, wie jedes Jahr, zwanzigtausene Kerzen angezündet, eine für jeden Mann, jede Frau, jedes Kind, das 1949 von den Sowjets nach Sibirien deportiert worden war. Fast 3% der Bevölkerung Estlands wurden innerhalb weniger Tage ergriffen und in entfernte Gebiete Sibiriens verschleppt.

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Minarettverbot in Deutschland? - Die Salafisten wirds freuen...

Zwar hat, so Correctiv, die AfD mittlerweile einige Punkte aus ihrem Wahlprogramm gestrichen, doch die z.B. aus der Schweiz abgepinnte Forderung nach Minarett- und Gebetsruf hat sie beibehalten. Erstaunlich, wo sie doch mit Thomas Tillschneider einen Islamwissenschaftler in Ihren Reihen hat, über den im Internet zu lesen ist:

 

"Tillschneider ist Gründer des „Arbeitskreises Islam“ und Mitglied der Patriotischen Plattform in der AfD. Er nimmt regelmäßig an den Montagsdemonstrationen des Protestbündnisses Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes kurz PEGIDA teil." Ausserdem soll er LEGIDA beraten. Was dran ist, kann ich natürlich nicht beurteilen und deswegen distanziere mich vorsichtshalber von allem, was evtl.so nicht stehenbleiben kann.

Aber zurück zu dem, was die Salafisten freuen muss: das Verbot von Minarett und Muezzinruf.

 

Bildnachweis: Haram-Moschee in Mekka, eigenes Archiv

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Radovan Karadžić verurteilt - ist das ein Anfang?

Heute hat das internationale Kriegsverbrechertribunal in den Haag Radovan Karadžić zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Da er heute bereits siebzig Jahre alt ist, bedeutet das, daß er selbst mit 2/3 Rabatt weit über neunzig Jahre alt wäre, wenn er das Gefängnis wieder verlassen würde. Kann die Verurteilung dieser serbischen Extremistenikone einen Neuanfang einleiten, und was könnte das denn überhaupt für ein Neuanfang sein?

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Die usbekische Nanny - dröhnendes Schweigen in Russlands Staatssendern

Von Darina Gribova, globalvoices.org, 4. März 2016

Der Artikel erschien unter der Überschrift "Warum das russische Fernsehen nichts sagte, als eine Nanny ein vierjähriges Mädchen umbrachte". Gribova - und nicht nur sie - stellen dieses Schweigen der sonst rührigen Propaganda im "Lisa"-Fall und bei der Verbreitung auch krudester Fakes, wie der Story vom "gekreuzigten Knaben", gegenüber und fragt nach dem Grund.

Ansonsten erinnert die Debatte an vergleichbare Debatten nach den Ereignissen von Köln.

Mittlerweile erscheint übrigens gesichert, daß die Frau schon länger an Schizophrenie erkrankt ist und deswegen bereits in Usbekistan stationär in der Psychiatrie behandelt wurde. Auch, wenn die Geschichte jetzt schon länger zurückliegt (29.Februar), bedarf der Fall weiter der Beobachtung.

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Die Anschläge von Brüssel - 2-Klassen-Mitgefühl?

Die heutigen Anschläge in Brüssel sind entsetzlich und mit nichts zu rechtfertigen. Dem gesamten belgischen Volk muß unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten und wir trauern mit den Angehörigen. Wie anlässlich der Anschläge von Paris. Nach den Anschlägen von Paris zeigte die gesamte Welt ihre Solidarität, und das wird sie sicherlich jetzt auch wieder tun. In den Sozialen Netzwerken sind, genau wie im letzten Jahr,  Vorschläge für Profilbilder und Header aufgetaucht, und es können die bislang bei vielen noch immer auf den Timelines von Facebook und Twitter vorhandenen Frankreich-Bekundungen gegen solche für Belgien ausgetauscht werden. Doch es gab - auch unlängst weitere Anschläge - doch deren Opfer wurde weit weniger gedacht - sogar wenn Deutsche unter diesen Opfern waren.

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Heinsohns Theorien reloaded by Jörg Meuthen (AfD)

Heute macht der frisch gewählte Fraktions-vorsitzende der AfD im Landtag von Baden-Württemberg, Jörg Meuthen, mit einem Interview von sich reden, in dem er im Endergebnis Alleinerziehende Frauen, die ohnehin in Deutschland das höchste Armutsrisiko tragen, mit ihren Kindern zur Verelendung frei. Das ist alter Wein in nicht mal neuen Schläuchen. Dafür hat Gunnar Heinsohn 2010 eine Menge Strafanzeigen kassiert. Meuthen, der in der Presse schon als gemäßigt dargestellt wurde, hat sich damit dort positioniert, wo Gunnar Heinsohn schon länger ist: ganz weit rechtsaussen. Anlass für mich, meinen dreiteiligen Artikel von 2010 nochmal zu überarbeiten und wiederum in drei Teilen zu veröffentlichen.

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AFD - was uns droht... Teil 1

Im Oktober 2010 hatten mein guter Freund Huib Riethof und ich uns aus aktuellem Anlass mit den Parlamentswahlen in den Niederlanden beschäftigt. Diese Neuwahlen führten im Endergebnis zu einer von der Wilders-Partei (PVV) tolerierten Minderheitsregierung aus der "rechtsliberalen" VVD und den Christdemokraten (CDA). 2012 wurde eine weitere Neuwahl fällig. Der Stimmanteil der Wilders-Partei - die die Neuwahl durch Ihren Rückzug provoziert hatte, sank wieder deutlich - doch das Land hatte sich verändert. Genau das haben wir in Deutschland zu erwarten. Und genau wie in den Niederlanden werden die Volksparteien einen hohen Preis bezahlen.

 

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Wie die "Operation Lisa" scheiterte - Teil 1

Autor: Nikolai Klimeniuk 19. 02 2016

 "Das Scheitern einer unlängst in Deutschland geführten russischen Propagandakampagne  zeigt uns, daß die Kreml-Strategen weder das Land, noch seine beträchtliche Russischsprachige Bevölkerung kennen."

Der erste Teil, den ich bislang übersetzt habe, beschäftigt sich mit dem Scheitern der "Operation Lisa", der zweite Teil mit der Russlanddeutschen/Deutschrussischen Community.

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Nadia Sawtschenko - anstatt eines Schlussworts

Der Charkiwer fb-user Artem Velichko und die Internetseite bunews.ua haben das Schlusswort der ukrainischen Kampfpilotin Nadia Sawtschenko veröffentlicht. Oberleutnant Sawtschenko war 2014 bei einem Rettungseinsatz gekidnapped und nach Russland verschleppt worden. Dort wurde sie in einer inszenierten Prozessfarce der Beihilfe zum Mord an zwei russischen Journalisten und des illegalen Grenzübertritts (sic!) angeklagt. Der Prozess soll bald  abgeschlossen werden, wird allerdings zunächst am 9. März weitergeführt. . Hier ist das, was sie während des Prozesses gesagt hat. Artem schreibt in seiner Einleitung: "... Jeder Satz ist eine Meisterleistung. Ihre ernste Warnung, sich an den Beginn des 2. Weltkriegs zu erinnern, sollten Europas Politiker ernst nehmen".

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Clausnitz - etwas läuft schief im Osten ...

Wenn man sich anschaut, wie es im Osten wieder rundgeht, kommt man nicht umhin, festzustellen, daß Deutschland dort ein massives Problem hat. Etwas ist ganz massiv schiefgelaufen. Jürgen Roth schreibt dazu:

"Rechtsradikalismus und Rechtspopulismus, geduldet wenn nicht sogar gefördert von der Regierungspartei CDU, sie sind, auch wenn man es nicht wahrhaben will, das gesellschaftliche und kulturelle Markenzeichen von Sachsen... 

... Dieses Sachsen ist nach Überzeugung des Berliner Historikers Wolfgang Wippermann das „rechtskonservativste und unfreieste Bundesland der Republik“. Bereits vor einigen Jahren schrieb Der Spiegel:

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24. Dezember 1942 - Weihnachten in Stalingrad

"Haltet aus, der Führer holt Euch raus," damit hatten die in Stalingrad eingekesselten Soldaten ertragen, daß ihnen der Ausbruch aus dem Kessel verboten worden war.

Und als sie in der Ferne die Gefechtsgeräusche des Entlastungangriffs der Panzergruppe Hoth hörten, vertrauten sie - ein letztes Mal - der Weisheit des "Größten Feldherrn aller Zeiten" und dem militärischen Genie des völlig überschätzten Generalfeldmarschalls Manstein, der nach dem Krieg von "verlorenen Siegen" schwadronierte. Einen anderen verdienten Truppenführer, General Walther von Seydlitz-Kurzbach brachte diese Tragödie dazu, mit dem Regime zu brechen.

Vergeblich:  "pünktlich zum Heiligen Abend" verstummten, wegen Treibstoffmangel, die Gefechtsgeräusche der Panzergruppe Hoth, die sie hatte retten sollen und ihnen allen wurde klar, daß sie verloren waren. Da wollte ein Pfarrer und Truppenarzt sie mit einer Zeichnung trösten und schuf eine Friedensikone: die Madonna von Stalingrad.

 

Bildnachweis: Lutherisches Verlagshaus

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21. Dezember 1949 - Josef Stalin wird 70

Josef Stalin wird 70 und die ganze sozialistische Welt gratuliert. Es kommen auch viele nach Moskau, die sich später mit der Sowjetunion entzweien werden, so auch Mao Tse-tung. Der Geburtstag wird als Massenereignis gefeiert. Auch aus dem Westen treffen Glückwünsche und Geschenke ein.

Die Gefolgschaft feiert ein wenig auch sich selber.

Kulturwissenschaftler und Historiker sehen in den Events den definitiven Beginn des Personenkults um ihn. Alle Delegationen kamen mit Geschenken, so die polnische Delegation mit einem riesigen Porzellanteller. Der Stalinkult sollte noch wesentlich weiter geführt werden. Man  nahm den Geburtstag zum Anlass, die Umbenennung von Straßen, Städten und Gebirgen zu planen, genauso wie die Massenproduktion von Stalin-Büsten.  

Bildnachweis: eigenes Archiv. Stalin-Totenmaske, Stalin-Museum Gori

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Betteln ein Menschenrecht? Von wegen...

Ich hatte mir schon länger überlegt, diesen Artikel, den ich vor mehr als 20 Jahren für eine mittlerweile eingestellte muslimische Zeitschrift geschrieben hatte, nochmal zu veröffentlichen. In der Fußgängerzone von Braunschweig habe ich den obdachlosen gebürtigen Kölner Rolf interviewt, eine Freundin hat die Bilder gemacht. Gegenüber 1997 hat sich die Situation noch verschlimmert. Die Ausgrenzung durch - nicht nur - die Verschärfung von Hartz 4 wird noch mehr Menschen in die Obdachlosigkeit und aus der staatlichen Fürsorge treiben, und sie somit privaten Initiativen überantworten.Und jetzt kommen diese Menschen zu unerwarteten Ehren: als Wurfgeschosse gegen die Flüchtlinge; mittels eines "...hach, auch bei uns gibt es so viel Elend..." entdecken plötzlich auch die ihr Herz für die Obdachlosen, die ansonsten seit Jahrzehnten angewidert an ihnen vorbeigehen. Diese Menschen sind schon seit Jahren aus der staatlichen Fürsorge gefallen und auf private Initiativen angewiesen.

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Verbale Abrüstung tut not - Martin Schulz hat überzogen

Ganz offensichtlich wird jetzt alles mit allem verknüpft: haust Du mich wegen der Flüchtlinge, haue ich Dich wegen der Gasturbinen in Krasnodar. Und heute schießt Martin Schulz den Vogel ab und mischt sich aus meiner Sicht ganz krass in interne polnische Angelegenheiten ein. Es geht um die Kontrolle der neuen, im Ausland als nationalpopulistisch empfundenen Regierung über das Verfassungsgericht. Dagegen und dafür sind am Wochenende zehntausende Polen auf die Straße gegangen. Zu diesem Thema hat Schulz heute einen dermaßen krassen Kommentar abgelassen, daß die polnische Regierungschefin eine Entschuldigung fordert. Und wer, sekundiert von Luxemburgs Aussenminister Asselborn mit so schwerem Geschütz wie "Vertragsverletzung" auftrumpft, sollte sicher sein, sich selbst tadellos zu verhalten. Die Siemens-Turbinen hängen besonders den Polen sehr quer im Hals.

Natürlich wird Schulz bei so einem Auftritt nicht als Präsident des Europäischen Parlaments wahrgenommen, sondern als - na? Ja, richtig, als Deutscher, und das auch in Medien im europäischen Ausland. Die Kanzlerin sollte dringend ein Machtwort sprechen. Das Folgende schreibt die französischsprachige Zeitung lalibre.be:

Bildnachweis: Laurent Dubrule/Reuters

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Was die Anderen schreiben - Anne Applebaum über das dysfunktionale Europa

QuelleIch gebe ja zu, daß ich mittlerweile pessimistisch bin, was die Zukunft Europas und die der europäischen Idee betrifft. Ich denke, daß von den EU-Mitgliedsländern niemand mehr einen Pfifferling auf die Idee vom vereinten Europa gibt, sondern nur noch sieht, selber auf seine Kosten zu kommen. Europa hat - bisher noch - an einem seidenen Faden gehangen, der Achse Berlin-Paris, doch mit dem deutlichen Sieg des Front National ist dieser seidene Faden gerissen, auch wenn man am vergangenen Freitag noch versucht hat, ihn mit der Zustimmung zum Kampfeinsatz der Bundeswehr in Syrien zu festigen. Damit noch mal jedem und jeder klar wird, was Europa hätte sein können, und aus meiner Sicht definitiv nicht - mehr - ist, übersetze ich jetzt mal einiges an Artikeln und bringe auch einiges von mir. - Wir werden in Zukunft mit einem Europa der unvereinbaren nationalstaatlichen Egoismen leben müssen. Es geht zurück in die dreissiger Jahre. Ich wäre froh, es gelänge jemandem, mich ins Unrecht zu setzen. Ich beginne mit einem Artikel von Anne Applebaum.

 

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4. Dezember 2012 - Weiße-Rose-Mitglied Susanne Zeller- Hirzel verstorben

Susanne Zeller-Hirzel, (* 7. August 1921 in Untersteinbach ), peripheres Mitglied der „Weißen Rose“, und, am Lebensende, Aushängeschild der Rechtspopulisten, verstirbt im Alter von 91 Jahren in Stuttgart im Krankenhaus.


Die Vereinnahmung von Zeller-Hirzel durch die "islamkritischen" Agitatoren, wie Robert Spencer, PI und Michael Stürzenberger als Kronzeugin für den angeblichen essentiell islamischen Faschismus. Bis man anfing, bei "asyl-" und "Islamkritischen" Demonstrationen und Spaziergängen dann regelmäßig die Wirmer-Flagge mitzuschleppen, war die Vereinnahmung von Zeller-Hirzel das prägnanteste Beispiel für den Mißbrauch der Traditionen des deutschen Widerstands für die Zwecke der Islamfeinde.

Bildnachweis: europenews.dk Das Bild zeigt Zeller-Hirzel mit dem bekannten "Islamkritiker" Robert Spencer, dem, zusammen mit seiner Mitstreiterin, Pamela Geller, 2013 wegen Hassreden die Einreise nach Großbritannien verwehrt wurde.

 

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3. Dezember 1949: DDR schickt Chirurgie-Ikone Sauerbruch in den Ruhestand

Der weltberühmte Chirurg Prof. Ferdinand Sauerbruch, * 3. Juli 1875 in Barmen ; † 2. Juli 1951 in Berlin tritt – auf äusseren Druck - von seinem Posten als Direktor der I. Chirurgischen Klinik der Berliner, mittlerweile Ost-Berliner, Charité zurück. Seine zunehmende „Gehirnsklerose“ (Jürgen Thorwald) hatte nicht nur zum Verlust seiner Einsichtsfähigkeit, sondern auch zu gravierenden Operations-“Unfällen“ geführt, die die Patienten zumeist nicht überlebten, was jedoch – zu – lange vertuscht worden war, da er als Aushängeschild für die Wissenschaftsentwicklung der jungen DDR gebraucht wurde.

 

Bildnachweis: „Sauerbruch-Visite-1943“, wikimedia commons. Unter dem Kittel ist die Uniform eines Generalarztes der Wehrmacht sichtbar.

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1. Dezember 1944 - die 86 jüdischen Toten von Straßburg

Das Elsass wird von  alliierten Truppen zurückerobert. Französische Truppen ziehen in die zerstörte Stadt Straßburg ein. Im anatomischen Institut finden sie die Leichen von 86 Männern und Frauen, alle mit Schusswunden, die Männer waren beschnitten. 

Der in Polen geborene Psychiater Charles Mager beschreibt in einem von Le Monde Diplomatique 1993 veröffentlichten Artikel über seinen Eindruck als Erstsemester im sog. „Präparierkurs“, die Leiche, der er zugeteilt war, sei mit „tiefen, blauen Flecken“ übersät gewesen, die meisten Leichen hätten Schusswunden aufgewiesen.

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29. 11. 2001: die Photographin Eva Sandberg-Hsiao stirbt in Beijing


 

 

Eine Frau, die aus meiner Sicht zu Unrecht vergessen war, und deren Autobiographie zur Zeit bei Amazon verramscht wird: die Deutsch-Jüdische Fotografin Eva Hsiao, die am 29. November 2001 im Alter von 90 Jahren starb. Allerdings wurden mittlerweile ihre zwischen 1949 und 1959 entstandenen Werke veröffentlicht.

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27. November 1095: "Deus lo vult" - Papst Urban II. ruft den 1. Kreuzzug aus

Papst Urban II ruft am 27. November 1095, anlässlich einer Synode in der französischen Stadt Clermont den 1. Kreuzzug aus: „Deus lo vult – Gott will es.“ 400 Jahre muslimische Herrschaft über Jerusalem sollen beendet werden. Für dieses fromme Werk wird das Blut von Muslimen und Juden großzügig vergossen.

Dieser angeblich zur Befreiung des Heiligen Landes ausgerufene Kriegszug ist der erste von insgesamt sieben Kriegszügen. Er soll soll Jerusalem und das Heilige Grab aus den Händen der türkischen Seldschuken befreien. Wesentlich war allerdings das Bestreben Urbans, die von seinem Vorgänger, Gregor VII. angestoßene Kirchenreform mit dem Kampf gegen „Simonie“ (Ämterkauf), Konkubinat/Priesterehe fortzufahren, zumal mit Clemens III weiterhin ein Gegenpapst im Amt war und die Kirche gespalten.

Urban kam damit einer Bitte des byzantinischen Kaisers Alexios I. Kommenos, trotz gescheiterter Verhandlungen über die Überwindung des Schismas zwischen Ost- und Westkirche nach. Für die Kriegsherren und ihr Fußvolk lobte Urban die Vergebung aller Sünden aus.

Bildnachweis: www.heiligenlexikon.de

 

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Bundeswehr-Kampfeinsatz in Syrien? Aber ja doch ...

Jetzt hängt die Europäische Idee am Kampfeinsatz der Bundeswehr - soweit Heiner Bremer, und ich fürchte, er hat recht. Der Westen ist in die Falle gelaufen. Wie Bremer sagte. wenn Deutschland Frankreich jetzt hängen lässt, ist Europa tot. Ich fürchte, das ist so. Putin hat angefangen, irgendwohin - aber NICHT gegen den IS. Und nach dem Terror in Paris läuft Präsident Hollande hinterher - und hinter ihm jetzt unsere Kanzlerin. Wie war das mit den Schlafwandlern und dem Ersten Weltkrieg? Da bin ich doch ganz bei der LINKEN, wenn auch aus völlig anderen Gründen.

Bildnachweis: Süddeutsche Zeitung

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Noor-u-Nisa Inayat Khan (2), eine echte muslimische Märtyrerin

Noor wird zur Agentin ausgebildet, springt mit dem Fallschirm über dem besetzten Frankreich ab, wird verraten, in Dachau ermordet und nach dem Krieg mit den höchsten englischen und französischen Kriegsauszeichnungen geehrt. Ihr Wunsch, dass es in diesem Krieg hochdekorierte indische Soldaten geben möge, hat sich erfüllt - sie war nicht die Einzige. Ihr Wunsch, dass dies zur Verständigung zwischen Briten und Indern führen möge, nicht. Dies bezeugt die bisherige Geschichte des indischen Subkontinents bis heute. Darüberhinaus lässt sie alle pseudomuslimischen Sprengstoffwestenträger wie Karikaturen aussehen. Sie ist Hannah Szénes, die eine Woche vor ihr starb näher als denen. Hier ist der erste Teil.

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Was die Anderen schreiben - hier: Ethnisierung und Kriminalisierung sozialer Mißstände in Europa

Eine höchst angesehene, in Deutschland leider    zu wenig bekannte Institution ist das Institute of Race Relations (IRR) in London. Gegründet 1958 als Wohlfahrtsverband (Charity), wandelte es sich nach einer Neuausrichtung 1972 zum "antirassistischen Thinktank", der zunächst den Kampf gegen den britischen (Alltags-) Rassismus aufnahm, mittlerweile jedoch seine Perspektive und Arbeit über Großbritannien hinaus ausgedehnt hat. Das IRR gibt viermal im Jahr das Magazin Race & Class heraus.

 

Im Folgenden wird das Magazin anhand der April-Ausgabe 2010 kurz vorgestellt. Die Rezension habe ich 2010 verfasst, doch aus gegebenem Anlass bleibt das Thema "Ethnisierung und Kriminalisierung sozialer Mißstände" weiter  aktuell. 

Die beiden Hauptartikel dieser Ausgabe beschäftigen sich mit einem mittlerweile europaweit de jure und de facto implementierten Sonder(straf-)recht für bzw. gegen Delinquenten aus marginalisierten  Ethnien und liefern in Deutschland wenig bekannte Informationen für die hiesige Flüchtlings- und Integrationsdebatte. Besonders der zweite Artikel des belgischen Lehrers Luk Vervaet wirft ein Licht auf die Verhältnisse in Belgien und könnte ein Baustein zu einer Erklärung sein, warum sich ein Ort wie Molenbeek in Belgien in den letzten Jahren zu einer Hochburg des Islamismus entwickelt hat. Unter anderem, weil man "Fremde" zu "Feinden" gemacht hat.

 

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Pressemitteilung der französischen Migrantenpartei "PIR" - Partei der Eingeborenen der Republik

P.I.R. ist eine linke, antirassistische Migrantenpartei, le "Parti des Indigènes de la République" die sich oft profiliert in die französischen  politischen Debatten einmischt. "Der PIR bietet einen autonomen Organisationsrahmen für alle die die sich gegen die rassistischen Ungleichheiten wenden, die dieSchwarzen, die Araber und die Muslime auf einen Status beschränken, der dem der Eingeborenen in  den ehemaligen Kolonien entspricht: politische Marginalisierung, Stigmatisierung unserer Kulturen und Religionen (besonders durch die Medien), polizeiliche Brutalität bei durch die Hautfarbe motivierten Kontrollen, Diskriminierung bei der Arbeit und von Vermietern, in der Schule. Unterdrückung der Einwanderer und der Bewohner der Migrantenviertel."


Der Grundansatz des P.I.R. ist mithin, daß die Situation der heute in Frankreich ansässigen Migr.ant*innen sich nicht wesentlich von der der "eingewanderten Eltern" und der "kolonisierten Vorfahren" unterscheidert. Sie sind weiter "Eingeborene" der französischen Republik.

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Paris 13.11.2015 - Besorgte Bürger, Mantras und Humanisten

In Paris ist es gestern zu einem durch nichts zu rechtfertigenden Terroranschlag gekommen. In den Sozialen Netzwerken erschienen sofort einerseits die üblichen Mantren: "der Islam" als Ursache des Terrors, die Muslime die sich - implizit "endlich mal" ... - gegen den Terror positionieren sollen, andererseits die, die hoffen, jetzt sei Angela Merkels Flüchtlingspolitik hoffentlich "durch", man könne jetzt ja wohl "frisch" über die Flüchtlingspolitik nachdenken.

Übrigens haben "die Muslime" sich stets, wie ich im Artikel belege, gegen den Terror positioniert und sind auf die Straße gegangen.

Doch es gibt auch die besonnenen, die humanistischen Stimmen, die es vermeiden, jetzt irgendwelche fragwürdigen politischen Süppchen zu kochen. Nur diese Stimmen verdienen es, weithin gehört zu werden.

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Was die Anderen schreiben - am 11. September 2010 gedenkt die Französische Republik auch besonders der gefallenen muslimischen Soldaten

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Bericht von LeMonde vom 11. November 2010. Bei diesen Feierlichkeiten wurden die für Frankreich gefallenen Muslime besonders gewürdigt. Zum Dank für ihren Einsatz im Ersten Weltkrieg war 1922 die Große Moschee von Paris errichtet worden. 2006 war in Douaumont schon ein muslimischer Soldatenfriedhof eingeweiht worden:

"Verteidigungsminister Hervé Morin,und der für die Veteranen zuständige Staatssekretär, Hubert Falco, begaben sich zur Großen Moschee von Paris, wo sie zwei Gedenktafeln enthüllten, eine in Französisch und eine in Arabisch, 'zum Gedenken an die muslimischen Soldaten, die für Frankreich im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallen sind'".

Ungefähr 100.000 muslimische Soldaten, die aus Nordafrika, Schwarzafrika oder den übrigen früheren französischen Kolonien stammen, sind für Frankreich in beiden Weltkriegen gefallen.

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11. November 1942

Der Sprecher von General de Gaulle, Maurice Schumann, ruft für diesen Tag über die BBC die Franzosen zum Gedenken an den Sieg über Deutschland 1918 auf:


„Achtung, Achtung. Was ich jetzt sage, ist definitiv mit der Widerstandsbewegung und General de Gaulle abgestimmt. In ganz Frankreich, in der besetzten sowie in der unbesetzten Zone, sollen sich alle Franzosen und Französinnen um die Mittagszeit in Kirchen und Synagogen, an ihrem Arbeitsplatz und in ihren Wohnungen versammeln und der Helden des Großen Krieges gedenken.“


 

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Was die Anderen schreiben - der Blogger Sören Benn schreibt den besorgten Bürgern

"Das Deutsche und die deutschen Werte halten angeblich ausgerechnet jene hoch, die seit Monaten nichts anderes tun als Jammern und Angst haben und Herausforderungen nicht annehmen, sondern sie abwehren wollen. Drückeberger, Weicheier und Heulsusen, die aus Angst vorm Muselmann oder um ihre nächste mikrige Rentenerhöhung Leuten zujubeln, die aus dieser zugegebenermaßen mehr schlecht als recht funktionierenden Demokratie, eine gut funktionierende Diktatur machen werden, wenn ihr sie lasst. Wer Orban in Ungarn und Petry in Deutschland hinterherläuft, der macht dieses recht friedliche Scheißbürokrateneuropa so kaputt, daß ihr euch nach diesem friedlichen Scheißbürokrateneuropa noch zurücksehnen werdet." Mehr lesen.

Bildnachweis:verschiedene Internetquellen

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11. November 1918

Um 5:00 morgens wird die Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet.

 

Um 10:58 Uhr, zwei Minuten vor Inkrafttreten des Waffenstillstandes an der Westfront, stirbt der kanadische Gefreite George Price aus Toronto, als letzter Gefallener dieses Krieges an der Westfront, durch die Kugel eines deutschen Heckenschützen. Zwischen der Unterzeichnung um 5:00 und dem Inkrafttreten um 11:00 sterben jede Stunde an der Westfront noch ca. 500 Soldaten.


                                                                                                 Bildnachweis: thestar.com

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Zum 9. November - ein polnischer Held in zwei Diktaturen: Witold Pilecki

Der Kavallerieoffizier Witold Pilecki, *13. Mai 1901, wird in Warschau wegen angeblicher Spionage für den Westen hingerichtet. Pilecki war der einzige bekannte Mensch, der sich freiwillig in das Vernichtungslager Auschwitz einschleusen ließ, um für den polnischen Widerstand die Verhältnisse dort zu erkunden und über den polnischen Widerstand an die Alliierten weiterzumelden.

Leider reagierten die Allierten nicht auf seine Meldungen. Wichtig sind die polnischen Widerstandshelden auch deswegen, weil - zur eigenen Entlastung, den Polen oft vorgeworfen wurde, besonders antisemitisch zu sein. Tatsache ist, daß die von Deutschland und der Sowjetunion unterworfenen Polen die einzigen waren, denen für die Unterstützung von Juden die Todesstrafe drohte. (Groß-)Deutschen - im Gegensatz zu einem verbreiteteten, gut gepflegten Irrglauben - übrigens nicht.

 

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Was die Anderen schreiben - Patrick Gensing über den "Völkischen Djihad" der Rechtsterroristen

Patrick Gensing analysiert zutreffend, wie der Gewalttat die Radikalisierung in den Sozialen Netzwerken vorausgeht: "Einzeltäter, die sich als Teil einer Bewegung verstehen, als politische Soldaten: Die Anschläge von Köln und Trollhättan in Schweden zeigen den Vernichtungswillen sowie die Brutalität des Rechtsterrorismus. Die Attentäter wähnen sich in einer Art völkischen Dschihad". Mehr lesen.


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7. November 1918 - Deutsche Unterhändler bitten um einen "ehrenvollen Waffenstillstand"

Wunsch nach einem ehrenvollen Waffenstillstand. Beim Ort La Pierre d'Haudroy, in der Nähe des Dorfes La Flamengrie, 15 km von der Grenze zu Belgien entfernt, überquert um 20:20 Uhr spätabends eine vom Politiker Matthias Erzberger geleitete deutsche Delegation die Frontlinie und begibt sich mit weißen Flaggen auf das Gebiet der französischen Truppen, um um einen ehrenvollen Waffenstillstand nachzusuchen, was sich letztendlich als nicht erreichbar erwies. Die Militärs, allen voran Hindenburg und Ludendorff, hatten dieses Ergebnis kommen sehen und wohlweislich Zivilisten mit den Verhandlungen beauftragt, was es später ungemein erleichterte, an der Dolchstoßlegende zu stricken: den Soldaten, „im Felde unbesiegt“, sei von den Zivilisten in der „Heimat“ der Dolch des Verrats in den Rücken gestoßen worden, was am 17. Dezember 1918 zum ersten Mal in der Neuen Zürcher Zeitung erwähnt wird. Der britische General, dem dieses Zitat zugeschrieben wird, hat später dementiert.

Bildnachweis: verschiedene Internetquellen.

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7. November 1944: Die jüdische SOE-Agentin Hannah Szénes wird in Budapest erschossen

Hannah (Anikó) Szénes gehört, wie Noor Inayat Khan zu den vielen Frauen und Männern, die sich, unter Einsatz ihres eigenen Lebens, der von Churchill gegründeten Spezialagenten-Truppe SOE angeschlossen hatten. Nicht nur viele Agenten, sondern auch viele Agentinnen verloren ihr Leben, als sie den Nazis in die Hände fielen. Szénes, auf eigenen Wunsch mit dem Fallschirm in Ungarn abgesprungen, um Juden zu retten, fällt den Deutschen in die Hände, wird schwer gefoltert und am 7. November 1944 erschossen. Heute gilt sie als israelische Nationalheldin.

 

Kindheit und Jugend in Budapest

Szénes wird am 17. Juli 1921 in eine nicht religiöse, assimilierte jüdische Familie geboren. Ihr Vater ist der Schriftsteller Béla Szénes, der stirbt, als sie sechs Jahre alt ist. Sie besucht eine protestantische Privatschule, die auch Juden und Katholiken akzeptiert: für doppeltes Schulgeld.

Trotz guter Schulleistungen wird sie nicht zum Studium zugelassen - seit 1920 existiert im Land ein Numerus clausus, der die Zahl der Juden auf den ungarischen Universitäten auf 5% begrenzt. Der täglich erfahrene Antisemitismus bringt sie dazu, sich konsequent mit Judentum und Zionismus zu identifizieren. Mit ihrem Bruder engagiert sie sich in einer zionistischen Jugendorganisation, Maccabea.

Bildnachweis: Wikipedia.cz

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Was die Anderen schreiben - Baltische Staaten wollen von Russland Reparationen verlangen

Bildnachweis: bnn-news.com

Die Justizminister der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen erklärten, daß es nun an der Zeit sei, die Verluste zu berechnen, die diese drei Länder durch die sowjetische Besatzung erlitten haben und sie fordern, daß Russland als der Rechtsnachfolger der UdSSR die Verantwortung übernimmt.

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6. November 1941 - der Schauspieler Joachim Gottschalk und seine jüdische Ehefrau begehen Selbstmord

Zum Gedenken an einen großen, mutigen Schauspieler, der sich abhebt von denen, die, um der Karriere willen, ihre jüdischen Ehepartner*innen im Stich liessen, sie des minimalen Schutzes einer "privilegierten Mischehe" beraubten, und so der Verfolgung überantworteten.

 

Der Film- und Theaterstar Joachim Gottschalk *10. April 1904, sein jüdische Frau Meta Wolff und sein Sohn Michael sterben durch Selbstmord. Sie bringen sich durch ausströmendes Gas um.


 Bildnachweis: verschiedene Internetquellen


 

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Remember, remember, the fifth of November


Am 5. November 1605 scheiterte die „Schießpulver-Verschwörung“, der „Gunpowder-Plot“, mit dem englische Katholiken versuchten, nicht nur König James I., sondern das gesamte Parlament, die anwesenden Adligen und die Geistlichkeit in die Luft zu sprengen.

 

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4. November 2011 - NSU fliegt auf...

Die Terrortruppe NSU fliegt auf und in die Luft und mit ihr das Bundesamt und mehrere Landesämter für Verfassungsschutz, der MAD und die Glaubwürdigkeit von Politik und Polizei, die ungefähr ein Jahrzehnt „in alle Richtungen“ ermittelte: in Richtung des sozialen Umfelds der Opfer, des sozialen Umfelds der Opfer und des sozialen Umfelds der Opfer. Nach Rechts ermittelte man nicht. Konnte man auch nicht, weil man mit allen Kräften im sozialen Umfeld der Opfer ermitteln zu müssen glaubte. Mittlerweile gibt es zum   Thema "Deutsche Täter - ausländische Opfer" und der Ermittlungen "in alle Richtungen" ein update: der kleine Mohamed.

 

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BITTER HARVEST - Film über den Holodomor hat am 9. November Premiere

Die Filmgesellschaft "Spotlight Pictures" gab heute bekannt, daß im kommenden Monat der internationale Verkauf des hochemotionalen 21-Millionen-Dollar-Film über den Holodomor, BITTER HARVEST (Bittere Ernte), auf dem US-Film-Markt beginnen soll.

Bild: Max Irons spielt in George Mendeluks historischem Epos BITTER HARVEST.

 

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Was die Anderen schreiben - Patrick Gensing: Stoppt den rassistischen Terror - jetzt!

Die Politik debattiert über Transitzonen an den Grenzen, das selbsternannte Volk räumt derweil im Land auf. Es dürfte angesichts dieser Entwicklung nur noch eine Frage der Zeit sein, bis weitere Todesopfer der rassistischen Gewalt zu beklagen sind. Kapituliert der Rechtsstaat vor dem rassistischen Straßenterror?
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Was die Anderen schreiben - Holodomor: Russland leugnet den Hungermord

Bildnachweis: eigenes Archiv

Offensichtlich auf dem Hintergrund des alljährlichen Gedenktages an den Holodomor in der Ukraine wärmt Sputnik ein altes Propaganda-Märchen wieder auf: es habe in der Ukraine keine Massentötungen mit der Hungerwaffe gegeben, das sei alles eine westliche Erfindung. Sputnik wärmt genau das jetzt wieder auf und zieht mit seinen Anstrengungen das Verbrechen, das stets als *sowjetisches* verstanden wurde, auf Russland.


Cathy Young filettiert diesen neuerlichen Versuch in ihrem Artikel im Daily Beast vom 30.10.

Das Bild zeigt, worum es nach Meinung der Holodomor-Gedenkstätte in Kyiv ging: die Zerstörung der nationalen Grundlagen der Ukraine, die sich, damals mehr als heute, als Bauernnation - "Europas Brotkorb" - verstanden hat.



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02. November 2004 - Theo van Gogh ermordet

Der Filmregisseur Theo van Gogh, ein Großneffe des Malers Vincent van Gogh, wird auf offener Straße von einem marokkanischstämmigen Jugendlichen erstochen.

1995 steht van Gogh wegen seiner antisemitischen Äusserungen im Mittelpunkt einer Kontroverse.

„Es ist kein Zweifel mehr möglich.Theo van Gogh ist ein Antisemit, und nicht nur einfach so, sondern er ist ein Antisemit der ordinärsten Sorte. Er setzt in seinem pubertären Schreibstil immer wieder alle Klischees über Juden in immer wieder anderen Worten ein ... er ist und bleibt ein Antisemit reinsten Wassers. Wenn Theo van Gogh kein Antisemit ist, gibt es keinen Antisemitismus mehr und wir können das Wort aus unserem Wörterbuch streichen."

 

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Was die Anderen schreiben - "Zeit, Deutsch zu lernen?"

Auch das linke, aktionsorientierte, antifaschistische britische Portal "Hope not Hate" ist erfreut und überrascht über das, was die Deutschen  in der Flüchtlingskrise an Einsatz gezeigt haben und stellt das der sehr mageren Antwort aller Ebenen der britischen Politik gegenüber.

Herausgeber Graeme Atkinson meint, es sei für die Briten, insbesondere für die Politik, "Zeit, Deutsch zu lernen".

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Was die Anderen schreiben - Paul Goble erinnert an die von Stalin "bestraften Völker"

Bildnachweis: wikimedia commons, aufgenommen von 2010 von Gerald Praschl: der Zaun des mittlerweile auf die aktuellen Bedürfnisse putinistischer  Geschichtsklitterung zugerichteten ehemaligen GULAG-Museums "Perm-36".

 

Gestern wurde in Russland der Gedenktag für die Opfer der stalinistischen Repressionen begangen; man weiss nicht, wie lange das so sein wird.  Paul Goble erinnert mit seinem Artikel an die nach dem Zweiten Weltkrieg kollektiv, nach Artikel 58 des Strafgesetzbuchs der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik, bestraften und deportierten Völker und zieht eine Linie bis auf die heutige Krim.

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"Man muss es sagen dürfen" - Teil 2: sie wollen ein anderes Deutschland!

Ich glaube, niemand hält mich für staatsfromm oder Anhängerin von autoritären Vorgehensweisen. Abe jetzt bin ich der Meinung, daß der Staat, oder noch besser, die Staatsmacht dringend eingreifen sollte, denn hier läuft etwas ganz schwer aus dem Ruder - und das nicht erst seit gestern. In den sozialen Medien stelle ich fest, daß viele den Inhalt des Begriffes "Meinungsfreiheit" grob falsch verstehen, in den "Leitmedien" wird zum Teil im Minutentakt Stimmung gemacht und so langsam ist es an der Zeit, da mal eine Bremse einzuziehen - und wenn das mit dem Strafrecht ist.


Darüberhinaus gehören solche Leute und Diskurse gesellschaftlich geächtet. Nebenstehendes Bild, das mir Criticusnixalsverdruss freundlicherweise überlassen hat,zeigt, wohin eine solche Kampfrhetorik letztendlich führt.

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St. Martin - Mißbrauch durch LINKE und Islamhasser

2016 wird das gesamteuropäische Gedenkjahr des Heiligen Martin gefeiert, denn er wird, auch, wenn er nicht zu den den sechs anrufbaren Schutzheiligen gehört, als gesamteuropäischer Heiliger verehrt.

2013 kam ein Mitglied der LINKEN auf den Einfall, die beliebten, traditionellen St. Martins-Umzüge abschaffen zu wollen und verschanzte sich dabei feige hinter "den Muslimen". Die Islamhasser nahmen den Ball höchst dankbar auf und es half überhaupt nichts, daß die Beliebtheit dieser Umzüge, auch bei muslimischen Kindern, betont und der Unfug abgeschmettert wurde. Der Schaden war gesetzt und der Ball von den "Islamkritikern" dankbar aufgenommen. Jetzt wird das trübe Gebräu wieder aufgewärmt und sofort auch wieder "islamkritisch" kommentiert. Angeblich ist jetzt der Leiter eines Kinder-gartens der Übeltäter.


 

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30. Oktober 1961 - Tsar Bomba gezündet

Über der Mitjuschika-Bucht auf dem im Nordpolarmeer, westlich der kontinentalen Grenze zwischen Europa und Asien gelegenen Archipel Nowaja Semlja detoniert am 30. Oktober 1961, 11:32 Moskauer Zeit, der größte, je gebaute Nuklearsprengkörper, der Dicke Iwan oder Bombenkaiser, Tsar Bomba, mit einer Sprengkraft vom 6.600 – fachen der Hiroshima-Bombe.

Gezündet wurden „nur“ die ersten drei Stufen mit einer Gesamtsprengkraft von 58 Megatonnen.

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29. Oktober 2004: Die jüdische Gemeinde errichtet die Gedenkstätte von Kuropaty

Nicht nur in der Ukraine gibt es heute Gedenkstätten über den Massengräbern des stalinistischen Terrors wie Bykivnyia

Am 29. Oktober 2004 errichtet die Jüdische Gemeinde von Belarus für die Toten im Wald von Kuropaty ein Denkmal, auf dem steht:

 

„Für unsere Glaubensbrüder, Juden, Christen und Muslime, den Opfern des Stalinismus, von den Juden Weissrusslands.“.

Bildnachweis: http://euroradio.fm/en/report/victims-totalitarianism-commemorated-kurapaty-photo-49310

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Was die Anderen schreiben - "Was beseelt Angela Merkel?"

Bildnachweis: Cebit

Hier ist ein Artikel der früheren nieder-ländischen Deutschlandkorrespondentin des niederländischen Rundfunks, NOS, Margriet Brandsma, im belgischen, sozialdemokratischen "De Morgen". Der Artikel ist nicht unkritisch, hebt sich aber wohltuend vom alarmistischen Geschrei ab, das manche Medien zur Zeit Stakkato abschießen.

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Lob und Unterstützung für Angela Merkel - aus Belgien

Dieses hysterische Niederschwätzen von Angela Merkel ist ja kaum noch zu ertragen. Deswegen werde ich jetzt mal anfangen, europäische Stimmen auf ihre Politik zu dokumentieren. Als erstes ein Bericht aus dem belgischen Standaard: Marianne Thyssen, frischgebackene stellvertretende Vorsitzende der Christdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament und EU-Kommissarin lobt den menschlichen Ton, den Merkel in der Flüchtlingspolitik gesetzt habe und fordert dazu auf, den Juncker-Plan umzusetzen.

Bildnachweis: pn

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