Anlässlich der Rosenburg- Akte:         Roland Freisler -  Vom Kommunisten zur "Panzertruppe der Rechtspflege"

Eigentlich wollte ich das erst an seinem Geburtstag veröffentlichen, aber am Tag der Veröffenlichung der "Rosenburg"-Akte" soll jetzt über die links-rechts Karriere eines besonders wirkmächtigen Juristen, Roland Freisler, und über einen Nachkriegs-Pensionsskandal berich tet werden:

Die Cellesche Zeitung veröffentlicht die Geburtsanzeige für den am 30.Oktober geborenen ersten Sohn des Ehepaares Julius und Florentine Freisler, Roland. Ein zweiter Sohn, Oswald, wird 1895 geboren. Vater Freisler ist Ingenieur und Lehrer. Roland geht zunächst in Aachen auf das Gymnasium, macht, wegen Umzugs der Familie, 1912 in Kassel Abitur – als Klassenbester. Auf seine „humanistische“ Bildung wird er auch später großen Wert legen: mit seinem guten Juristenkumpel Hans Frank (dem Schlächter von Polen) soll er ausschließlich in Latein kommuniziert haben.

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1. Dezember 1944 - die 86 jüdischen Toten von Straßburg

Das Elsass wird von  alliierten Truppen zurückerobert. Französische Truppen ziehen in die zerstörte Stadt Straßburg ein. Im anatomischen Institut finden sie die Leichen von 86 Männern und Frauen, alle mit Schusswunden, die Männer waren beschnitten. 

Der in Polen geborene Psychiater Charles Mager beschreibt in einem von Le Monde Diplomatique 1993 veröffentlichten Artikel über seinen Eindruck als Erstsemester im sog. „Präparierkurs“, die Leiche, der er zugeteilt war, sei mit „tiefen, blauen Flecken“ übersät gewesen, die meisten Leichen hätten Schusswunden aufgewiesen.

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Zum 9. November - ein polnischer Held in zwei Diktaturen: Witold Pilecki

Der Kavallerieoffizier Witold Pilecki, *13. Mai 1901, wird in Warschau wegen angeblicher Spionage für den Westen hingerichtet. Pilecki war der einzige bekannte Mensch, der sich freiwillig in das Vernichtungslager Auschwitz einschleusen ließ, um für den polnischen Widerstand die Verhältnisse dort zu erkunden und über den polnischen Widerstand an die Alliierten weiterzumelden.

Leider reagierten die Allierten nicht auf seine Meldungen. Wichtig sind die polnischen Widerstandshelden auch deswegen, weil - zur eigenen Entlastung, den Polen oft vorgeworfen wurde, besonders antisemitisch zu sein. Tatsache ist, daß die von Deutschland und der Sowjetunion unterworfenen Polen die einzigen waren, denen für die Unterstützung von Juden die Todesstrafe drohte. (Groß-)Deutschen - im Gegensatz zu einem verbreiteteten, gut gepflegten Irrglauben - übrigens nicht.

 

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6. November 1941 - der Schauspieler Joachim Gottschalk und seine jüdische Ehefrau begehen Selbstmord

Zum Gedenken an einen großen, mutigen Schauspieler, der sich abhebt von denen, die, um der Karriere willen, ihre jüdischen Ehepartner*innen im Stich liessen, sie des minimalen Schutzes einer "privilegierten Mischehe" beraubten, und so der Verfolgung überantworteten.

 

Der Film- und Theaterstar Joachim Gottschalk *10. April 1904, sein jüdische Frau Meta Wolff und sein Sohn Michael sterben durch Selbstmord. Sie bringen sich durch ausströmendes Gas um.


 Bildnachweis: verschiedene Internetquellen


 

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Am 29. August 1940

 

 

Mit einem Bus mit 110 geistig Behinderten und psychisch Kranken kommt der 1877 geborene Arbeiter Otto K. In der Euthanasieanstalt Pirna/Sonnenstein an.

 

Otto K.,seit 1903 verheiratet und Vater von neun Kindern, erlitt 1924 einen Arbeitsunfall. Zeitnah litt er unter depressiven Episoden, die zunehmend häufiger auftraten und schließlich zur Arbeitsunfähigkeit führten. Wie es weiter ging, berichtet der Historiker Julius Scharnetzky, der für die zehnte Sonnenstein-Broschüre das Schicksal von K erforscht hat:

 

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