1. Dezember 1944 - die 86 jüdischen Toten von Straßburg

Das Elsass wird von  alliierten Truppen zurückerobert. Französische Truppen ziehen in die zerstörte Stadt Straßburg ein. Im anatomischen Institut finden sie die Leichen von 86 Männern und Frauen, alle mit Schusswunden, die Männer waren beschnitten. 

Der in Polen geborene Psychiater Charles Mager beschreibt in einem von Le Monde Diplomatique 1993 veröffentlichten Artikel über seinen Eindruck als Erstsemester im sog. „Präparierkurs“, die Leiche, der er zugeteilt war, sei mit „tiefen, blauen Flecken“ übersät gewesen, die meisten Leichen hätten Schusswunden aufgewiesen.

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14. Oktober 1943 - Aufstand in Sobibór

Bildnachweis: http://stolpersteine.rotenburg.hassia-judaica.de/margarethe_falkenstein.html

Das Vernichtungslager Sobibór, an der Bahnlinie Chelm/Włodawa in Polen geht im Mai 1942 in Betrieb. Es ist Teil der „Aktion Reinhardt“, des Plans zur systematischen Vernichtung aller Juden im sog. „Generalgouvernement“.

 

Es werden dort jedoch auch Juden aus den Niederlanden, aus der Slowakei, aus Deutschland und Frankreich, sowie sowjetische jüdische Kriegsgefangene ermordet. „Arbeitsjuden“, von der SS zur Mitwirkung gezwungen, werden regelmäßig ausgetauscht, um Mitwisser zu beseitigen. Als zunehmend weniger Transporte ankommen, deuten die Häftlinge das als Gefahr der Liquidierung des Lagers, zumal sich auch unter ihnen herumgesprochen hat, daß – spätestens seit Stalingrad – das Kriegsglück die Deutschen verlassen hat.


       

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Babyn Jar

Heute war ich in Babyn Jar, der Frauenschlucht, Schauplatz einer der größten einzelnen Mordaktionen an jüdischen Menschen während der Nazizeit. 

Am 29. und 30. September 1941 wurden 33.771 jüdische Einwohner*innen von Kyiv durch die Mordkommandos von SS und Wehrmacht in dieser Schlucht ermordet. Man nimmt an, daß, da die Wehrmacht bei der Eroberung Kyivs reichlich unter Druck geriet - durch Explosionen, Minen, Sprengfallen und Scharfschützen war es zu vielen Opfern unter Soldaten und Zivilbevölkerung gekommen - man mit dieser, spontan, ohne Absprache mit Berlin durchgeführten Mordaktion Kampfeskraft und Durchsetzungswillen demonstrieren wollte.


Der Wehrmachtstruppenteil, der hier aktiv wurde, war die 6. Armee, mit der Hitler bekanntlich den Himmel stürmen wollte und die dann in Stalingrad so kläglich unterging, zu dieser Zeit noch unter dem Kommando des Kriegsverbrechers Generalfeldmarschall Walter von Reichenau. Auf sein Konto gehen weitere Kriegsverbrechen, der berüchtigte Reichenau-Befehl ist unauflöslich mit seinem Namen verknüpft. Hier ein Auszug, doch die komplette Lektüre empfehle ich mit Nachdruck:

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