Die islamische Welt und ich - Wendejahr 1979

Was 1979 alles passiert ist, kann man hier  bei Wikipedia nachlesen, an einiges erinnere ich mich deswegen so gut, weil es mich und meine Wahrnehmung bis heute beeinflusst.

Das, was ich von damals schreibe, ist natürlich heute gefärbt. Deswegen beanspruche ich auch nicht, einen exakten Bericht abzuliefern, sondern meine Erinnerungen darzustellen. Das Jahr hatte für mich Sex and Drugs and Rock'n Roll und die derste Begegnung mit dem Islam.

Mein damaliger Lebensgefährte war ein anerkannter Asylbewerber, Sohn eines ermordeten eritreischen Separatisten, der sich aus Saudi-Arabien davongemacht hatte, weil ihm das dort alles zu eng war ...

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Universität Löwen oder die deutsche Schuld im ersten Weltkrieg

Nach dem unsäglichen Statement das Alexander Gauland heute wieder abgelassen hat, und des absichtsvollen Mißverstehens der heutigen Friedens- und Gedenkfeier in Paris als "Siegesfeier, möchte ich klarstellen, daß für mich Deutschland, in Gestalt unserer Kanzlerin, sehr wohl auf diese Feier gehört.

Ich habe in der Überschrit ganz bewusst nicht "am", sondern "im" ersten Weltkrieg geschrieben. Die Thesen Fritz Fischers sind in der Tat unter Historikern immer noch umstritten, deswegen befasst sich dieser Artikel auch nicht mit der Frage, "wer hat angefangen", da diese Frage für mich müßig ist. Hier bin ich ganz bei Christopher Clark, der in seinem Buch "Die Schlafwandler" beschrieben hat, daß - zumindest in der Anfangsphase - jeder der Akteure es in der Hand hatte, die Eskalation anzuhalten.
Mir geht es darum, aufzuzeigen, wo Deutschland aus meiner Sicht wirklich "zentrale Schuld" auf sich geladen hat: erster Bombenabwurf auf ein Wohngebiet (6.8.1914 Lüttich), erster Einsatz von Giftgas, Einsatz von Massenvergewaltigungen als militärisches Mittel (gegen französiche und belgische Frauen, Verschleppung von Zivilist*innen zur Zwangsarbeit nach Deutschland, sowohl aus dem Westen als auch aus Russland. Eine besondere Barbarei, die auch gesondert im Versailler Vertrag gewürdigt wurde, war die Vernichtung der Universiätsbibliothek von Löwen/Louvain/Leuwen:

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Ilhan Omar: Flüchtlingsfrau mit Kopftuch ins Repräsentantenhaus gewählt

Auch, wenn die Ergebnisse der Midterms insgesamt so berauschend nicht waren, gab es doch einige "erste Male", die Hoffnung machen: der erste schwule Gouverneur, die ersten weiblichen Native Americans und - die erste Frau, die als Flüchtling ins Land kam, die erste Frau, die einen Hijab trägt. Sie wurde überwältigend mit 78,2% der Stimmen im 5. Wahlbezirk von Minnesota ins Repräsentantenhaus gewählt.
Das zeigt, daß in den USA immer noch Dinge von den Möglichkeiten her gedacht werden, wo man in Deutschland - aber nicht nur da - hauptsächlich Probleme sieht.

Ilhan Omar, deren Biografie in Englisch man hier nachlesen kann, hat eine beeindruckende Dankesrede geschrieben, der Verbreitung verdient. Deswegen habe ich sie übersetzt:

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Wie sich Volksparteien selber zerlegen - Beispiel Niederlande

2010 nach der Wahl fand in den Niederlanden ein Parteitag statt, auf dem die Christdemokraten beschlossen, sich von der Wilders-Partei "tolerieren" zu lassen - um an der Macht zu bleiben. Erwartbar folgte bei der nächsten Wahl ein Absturz in die Einstelligkeit, vom dem sich die CDA (Christendemokratisch Appèl) nur langsam etwas erholt.  Die Wilders-Truppe ist weiterhin zweitstärkste Kraft. Damals saß ich, vor Entsetzen heulend, 4 Stunden vor dem Livestream. Heute will mir das wie eine Blaupause dessen erscheinen, was demnächst auf uns zukommt. Die Parallelen zum heutigen Verhalten der Union sind gespenstisch, man muß bloß die Namen der niederländischen Politiker*innen durch deutsche Namen ersetzen, und man hat einen Bericht zu einem in Kürze stattfindenden Parteitag der Union. Deswegen copypaste ich hier jetzt - gekürzt - meinen Bericht von damals. 

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Rukeli - ein ermordeter "Zigeuner"

Immer, wenn man denkt, die AfD hat ihrn Tiefpunkt erreicht, setzt irgendjemand dieser Gestalten noch eins drauf: mit nebenstehender rassistischer Hetze kommentierten die Dortmunder AfDölf*innen das von der Stadt zum fünften Mal finanzierte Kulturfestival "Djelem Djelem".

Wo die Volksgenoss*innen hier andocken, sollte man vielleicht noch mal an einem Einzelschicksal deutlich machen. Zum Beispiel an dem des Sinto-deutschen Boxers Johann Wilhelm Trullmann, genannt Rukeli. In der Verfolgungsgeschichte dürfte es keinen Unterschied zwischen - westeuropäischen - Sinti und - osteuropäischen - Roma gegeben haben. Heute spielen die Probleme der Roma eine wichtigere Rolle, denn Viele kommen aus Ost- und Südosteuropa hierher, da sie dort, z.B. in Umgarn und Bulgarien, wenn nicht aktiv verfolgt werden. Dies ist die Geschichte eines Sinto, der einer unserer größten Boxer hätte werden können - Johann Wilhelm, "Rukeli" Trollmann:

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Nachkriegsblonde Türkinnen, und die Europäischen Werte, oder so. Teil 4

Mittlerweile ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem:

Deutschland ist bei der WM in Russland in der Vorrunde ausgeschieden. Ein Schuldiger wurde mittlerweile gefunden, gegen den mittlerweile fast die gesamte Presse Sturm läuft, einschließlich einiger Z-Prominenz wie Robert Geiss und Sophia Thomalla, die auch "fachkundig" auf Özil eindrischt, sowie auch abgehalfterte Spieler wie Stefan Effenberg und der unvermeidliche Loddar, und gegen den mittlerweile Klischees in Stellung gebracht werden, die früher nur von Antisemiten benutzt wurden.

 

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Der andere 8. Mai 1945

Aus westlich-eurozentrischer Sicht markiert der 8. Mai 1945 das Ende des 2. Weltkriegs auf dem europäischen Schlachtfeld. Daß der 9. Mai eigentlich das korrektere Datum wäre, lasse ich mal außen vor. 

In Algerien, damals noch eine um ihre Befreiung ringende französische Kolonie, ruft das Datum ganz andere Erinnerungen wach, ungeachtet der Tatsache, daß in den Reihen der französischen Streitkräfte auch viele Algerier - und andere Kolonialsoldaten -  mitfgekämpft hatten.

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Üble Erfahrungen mit Coca-Cola Zero Sugar

Auch, wenn man Allgemeinarzt mit fast 40-jähriger Berufserfahrung ist, schützt einen das nicht davor, selber Mist mit der eigenen Gesundheit zu bauen.  Weil ich denke, daß das - gerade im Sommer - auch für andere interessant ist, berichte ich über mein Mißgeschick, auch, wenn ich dabei nicht sehr schlau rüberkomme. Es handelt sich um Diät-Cola, genauer gesagt, Coca-Cola Zero Sugar, dem zur Zeit in Deutschland mittels Manuel Neuer ein sportliches Image verpasst werden soll. Diese fußballassoziierte Werbung wird sicherlich im Jahr der WM noch zunehmen. In anderen Ländern werden die Konsument*innen anders angesprochen.

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Wer bin ich und was möchte ich?

Wer bin ich

promovierte Ärztin für Allgemeinmedizin, pensionierte Sanitätsoffizierin der Bundeswehr mit Erfahrung von mehreren Auslandseinsätzen, auch in Notfall- oder Katastrophenmedizin, mehrsprachig, Muslima seit fast 30 Jahren, mit vielen Interessen. Ich bin gebürtige Kölnerin und lebe jetzt im Allgäu.

Kontakt

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Was ich jetzt gerne tun möchte


Reisen und Leute treffen, darüber und über die anderen Themen schreiben, die mich interessieren: Rechtsextremismus, ABC-Gefahren und Entwicklungen, Osteuropa - besonders Russland und Ukraine, Umwelt, Geschichte, Gesundheit, Philosophie, Islam, Urban Gardening und Reisen.