Bürgerversicherung - Neiddebatte um eine Mogelpackung?

Soeben wird, anlässlich des Weges in eine neue GroKo wieder über die Bürgerversicherung diskutiert. Vordergründig angeblich, um die Leistungen des Gesundheitswesens gerechter zu verteilen, solidarisch oder so, doch hat für mich so manche Diskussion den Unterton, daß nicht etwa die gesetzlich Versicherten irgendein "Mehr" bekommen, sondern, daß die Privatpatienten "weniger" bekommen - wovon auch immer. Die Vorstellungen, was ein Privatpatient bekommt, scheinen mir zwischen "der Arzt, dem die Frauen vertrauen" und "Schwarzwaldklinik"/Sachsenklinik angesiedelt, ohne allzuviel Kontakt mit der Realität. Das gilt auch für die Vorstellung, wenn man die Privatversicherungen auflöst und ihren Bestand in einen gemeinsamen Topf wirft, werden die Privilegien der Privatpatienten abgebaut und den gesetzlich Versicherten geht es besser. Aus meiner Sicht ist das nicht der Fall. Die "Bürgerversicherung" ist meines Erachtens ein Ablenkungsdiskurs, um an eine echte Reform des Gesundheitswesens nicht herangehen zu müssen. Mit diesem Artikel hoffe ich, zur Versachlichung der Diskussion beizutragen.

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Der 29. November und der Nahostkonflikt

Heute vor 70 Jahren: Verabschiedung der UN-Resolution 181(II) – des „Teilungsplans“ für die Aufteilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat: für den jüdischen Staat wurden 56,47% der Fläche vorgesehen, für den arabischen Staat 42,88%. 

Zwei Drittel der Bevölkerung zur Zeit dieser Resolution waren muslimische, christliche oder drusische Araber, ein Drittel Juden, die zionistischen Organisationen (Anm: für mich ist "zionistisch" kein Schimpfwort...), die die jüdische Einwanderung nach Palästina förderten hatten 7% des Bodens legal erworben. Auch die Verteilung des Landes war bereits zu Ungunsten der Palästinenser erfolgt:

der größte Teil der bestehenden – arabischen – Industrieanlagen sollte genauso an den jüdischen Staat fallen, wie der größte Teil der Zitrus-Plantagen und des Getreideanbaus. Die Stadt Jaffa mit dem größten Hafen in Palästina war ohne Hinterland, der geplante arabische Staat hatte keinen Zugang zum Meer. Es kam keineswegs ein „Volk ohne Land“ in ein „Land ohne Volk“. Es soll heute schon palästinensische Stimmen geben, die sagen, man hätte das damalige Angebot besser angenommen ...

 

Besonders die Sowjetunion unter Stalin setzte sich für den Jüdischen Staat ein, die Rede des damaligen Aussenministers Gromyko soll die Stimmung zugunsten der Resolution stark beeinflusst haben:

 

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Jamaika - das habt Ihr jetzt verdient!

So langsam habe ich die Nase voll. Bestimmt geht es vielen ähnlich. Und es ist also am Familiennachzug gescheitert? Wie erbärmlich ist das denn... Ich hoffe auch daß The Horscht und seine beiden Pudel der CSU dafür bei der nächsten Landtageswahl eine veritable Klatsche einfahren: ein Parteivorsitzender der wackelt - wieso eigentlich? - ein Dobrindt, der ausser seiner merkwürdigen Maut fast nichts, und ein Scheuer, der überhaupt nichts auf die Reihe gekriegt hat.

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Den muslimischen Frauen gehört die Zukunft - Teil 1

The Muslim 500/2018, von Rajae el-Mohandiz

Jedes Jahr ermittelt der jordanische Prince-Ghazi-Trust via Internet-Abstimmung die 500 in unterschiedlichen Feldern tätigen, einflussreichsten Muslim*innen. Die niederländisch-marokkanisch-algerische Musikerin Rajae El-Mouhandiz wurde 2009 zum ersten Mal und seitdem jedes Jahr wieder in die Liste aufgenommen und hat den folgenden Aufsatz über den Einfluss muslimischer Frauen geschrieben. Rajae El-Mouhandiz ist Dichterin, Sängerin, Komponistin, Produzentin und Gründerin des Plattenlabels Truthseeker Records. Zunächst war sie die erste Marokkanerin, die an einem niederländischen Konservatorium studierte, das sie dann jedoch verließ, um ihren eigenen künstlerischen Weg zu gehen, der ihre kulturellen Wurzeln einschließen sollte. Sie ist auch eine der 60 Kuratorinnen der internationalen Ausstellung MUSLIMA und hat die niederländische Ausgabe der "Hijabi Monologues" produziert. Eines ihrer schönsten Musikstücke habe ich weiter unten eingebunden.

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Saudi-Arabien: Wie Coca-Cola und der Ehemann beim Autofahren helfen

Nachdem die westlichen Frauenfreund*innen so lange gefordert haben, daß die saudischen Frauen Autofahren wollen sollen, hat Kronprinz Mohammed bin Salman (MbS) ihnen jetzt diesen Wunsch erfüllt. Coca-Cola nimmt das jetzt zum Anlass, das übliche Frauenbild dazu mit einem Werbeclip (s.u.) zu reproduzieren. Oumma.com zeigt das Video und schreibt dazu:

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Danaergeschenk muslimischer Feiertag

"Timeo Danaos et dona ferentes" - zu Deutsch: "Ich fürchte die Griechen, auch wenn sie Geschenke bringen", so warnte in Vergils Aenaeis (Vers 2,48) ein Skeptiker zu Recht: im in die Stadt geschleppten, riesigen Holzpferd verbargen sich feindliche Soldaten die so der bislang erfolglos belagerten Stadt Troja zum Verhängnis wurden. 

Solche Danaergeschenke werden seit einigen Jahren ständig ungefragt an die Muslime verteilt und fallen ihnen danach auf die Füße: die angebliche Umbenennung von Weihnachtsmärkten und St.Martinsumzügen, das Wegretuschieren von Kreuzen auf Lebensmittelverpackungen, das Verhüllen von nackten Marmorstatuen in Rom. Und ein solches "Geschenk" hat sich jetzt - wiederum ungefragt - unser Herr Innenminister einfallen lassen. Und alle springen wieder über das Stöckchen. De Maizière ist längst zurückgerudert.

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AfD, Flüchtlingskrise, Rettungsgassen und Placebos

Das sind drei Begriffe, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Für mich gehören sie zusammen. Der Geisteszustand, dem alle drei Begriffe entspringen, hat sich langsam entwickelt und droht aus meiner Sicht, unsere Gesellschaft zu zersetzen, wenn nicht spätestens unter dem Schock des Wahlergebnisses am Sonntag ein Umdenken stattfindet. Ein Umdenken in allen Bereichen der Gesellschaft, ein Umdenken in den Medien. Ich sage der AfD ein Wahlergebnis um die 15% voraus. Das verantworten ganz wesentlich Politker*innen auch aus den anderen Parteien und unsere Medien.

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Aydan Özoğuz und die deutsche Kultur nach Alexander Gauland -Teil 2

Nachtragen mit ausdrücklicher Leseempfehlung möchte ich noch den ausgezeichneten Artikel von Marcus Engert in Buzzfeed,der die Gauland-Rede ebenfalls seziert, sowie die von ihm dokumentierten Antworten.

 

Meinem Vater verging der "Stolz" spätestens, als er auf einer der Maschinen saß, die den Terrorangriff auf Coventry flogen.

Aber widmen wir uns doch mal jenen "Leistungen in beiden Weltkriegen", für die Gauland den "Stolz" einfordert. Implizit enthält diese Forderung die Legenden beider Kriege: für den Ersten die Dolchstoßlegende, für den Zweiten die Legende von der "sauberen Wehrmacht".

In diesem Teil widme ich mich vorrangig den "Leistungen" des Ersten Weltkriegs.

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Wer bin ich und was möchte ich?

Wer bin ich

promovierte Ärztin für Allgemeinmedizin, pensionierte Sanitätsoffizierin der Bundeswehr mit Erfahrung von mehreren Auslandseinsätzen, auch in Notfall- oder Katastrophenmedizin, mehrsprachig, Muslima seit fast 30 Jahren, mit vielen Interessen. Ich bin gebürtige Kölnerin und lebe jetzt im Allgäu.

Kontakt

Wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das demnächst über dieses Formular tun. Sobald es mir möglich ist, werde ich antworten. Bettelbriefe, Beleidigungen und Drohungen werden allerdings sofort gelöscht.


Was ich jetzt gerne tun möchte


Reisen und Leute treffen, darüber und über die anderen Themen schreiben, die mich interessieren: Rechtsextremismus, ABC-Gefahren und Entwicklungen, Osteuropa - besonders Russland und Ukraine, Umwelt, Geschichte, Gesundheit, Philosophie, Islam, Urban Gardening und Reisen.