Wie sich Volksparteien selber zerlegen - Beispiel Niederlande

2010 nach der Wahl fand in den Niederlanden ein Parteitag statt, auf dem die Christdemokraten beschlossen, sich von der Wilders-Partei "tolerieren" zu lassen - um an der Macht zu bleiben. Erwartbar folgte bei der nächsten Wahl ein Absturz in die Einstelligkeit, vom dem sich die CDA (Christendemokratisch Appèl) nur langsam etwas erholt.  Die Wilders-Truppe ist weiterhin zweitstärkste Kraft. Damals saß ich, vor Entsetzen heulend, 4 Stunden vor dem Livestream. Heute will mir das wie eine Blaupause dessen erscheinen, was demnächst auf uns zukommt. Die Parallelen zum heutigen Verhalten der Union sind gespenstisch, man muß bloß die Namen der niederländischen Politiker*innen durch deutsche Namen ersetzen, und man hat einen Bericht zu einem in Kürze stattfindenden Parteitag der Union. Deswegen copypaste ich hier jetzt - gekürzt - meinen Bericht von damals. 

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Rukeli - ein ermordeter "Zigeuner"

Immer, wenn man denkt, die AfD hat ihrn Tiefpunkt erreicht, setzt irgendjemand dieser Gestalten noch eins drauf: mit nebenstehender rassistischer Hetze kommentierten die Dortmunder AfDölf*innen das von der Stadt zum fünften Mal finanzierte Kulturfestival "Djelem Djelem".

Wo die Volksgenoss*innen hier andocken, sollte man vielleicht noch mal an einem Einzelschicksal deutlich machen. Zum Beispiel an dem des Sinto-deutschen Boxers Johann Wilhelm Trullmann, genannt Rukeli. In der Verfolgungsgeschichte dürfte es keinen Unterschied zwischen - westeuropäischen - Sinti und - osteuropäischen - Roma gegeben haben. Heute spielen die Probleme der Roma eine wichtigere Rolle, denn Viele kommen aus Ost- und Südosteuropa hierher, da sie dort, z.B. in Umgarn und Bulgarien, wenn nicht aktiv verfolgt werden. Dies ist die Geschichte eines Sinto, der einer unserer größten Boxer hätte werden können - Johann Wilhelm, "Rukeli" Trollmann:

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Nachkriegsblonde Türkinnen, und die Europäischen Werte, oder so. Teil 4

Mittlerweile ist alles gesagt, nur noch nicht von jedem:

Deutschland ist bei der WM in Russland in der Vorrunde ausgeschieden. Ein Schuldiger wurde mittlerweile gefunden, gegen den mittlerweile fast die gesamte Presse Sturm läuft, einschließlich einiger Z-Prominenz wie Robert Geiss und Sophia Thomalla, die auch "fachkundig" auf Özil eindrischt, sowie auch abgehalfterte Spieler wie Stefan Effenberg und der unvermeidliche Loddar, und gegen den mittlerweile Klischees in Stellung gebracht werden, die früher nur von Antisemiten benutzt wurden.

 

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Der andere 8. Mai 1945

Aus westlich-eurozentrischer Sicht markiert der 8. Mai 1945 das Ende des 2. Weltkriegs auf dem europäischen Schlachtfeld. Daß der 9. Mai eigentlich das korrektere Datum wäre, lasse ich mal außen vor. 

In Algerien, damals noch eine um ihre Befreiung ringende französische Kolonie, ruft das Datum ganz andere Erinnerungen wach, ungeachtet der Tatsache, daß in den Reihen der französischen Streitkräfte auch viele Algerier - und andere Kolonialsoldaten -  mitfgekämpft hatten.

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Üble Erfahrungen mit Coca-Cola Zero Sugar

Auch, wenn man Allgemeinarzt mit fast 40-jähriger Berufserfahrung ist, schützt einen das nicht davor, selber Mist mit der eigenen Gesundheit zu bauen.  Weil ich denke, daß das - gerade im Sommer - auch für andere interessant ist, berichte ich über mein Mißgeschick, auch, wenn ich dabei nicht sehr schlau rüberkomme. Es handelt sich um Diät-Cola, genauer gesagt, Coca-Cola Zero Sugar, dem zur Zeit in Deutschland mittels Manuel Neuer ein sportliches Image verpasst werden soll. Diese fußballassoziierte Werbung wird sicherlich im Jahr der WM noch zunehmen. In anderen Ländern werden die Konsument*innen anders angesprochen.

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Der "Antiimperialismus" der Idioten

Quelle: Leila al-Shami 14.04.2014

Wieder einmal mobilisiert die westliche Anti-Kriegs-Bewegung zu Syrien Das ist das dritte Mal seit 2011. Das erste Mal 2013, als Obama darüber nachdachte, als Reaktion auf die  Chemiewaffenangriffe auf Ghouta den militärischen Fähigkeiten des syrischen Regimes einen Schlag zu versetzen (doch es nicht tat) und eine rote Linie formulierte. 

Das zweite Mal, als Donald Trump 2017, als Antwort auf die Chemiewaffenangriffe auf Khan Sheikhoun einen Angriff befohlen hatte, der eine leere Militärbasis des Regimes traf.

Und heute, da die USA, Großbritannien und Frankreich in einem begrenzten Rahmen mit Angriffen gegen militärische Liegenschaften und Fabriken für Chemiewaffen aktiv werden.  Damit reagieren sie auf einen Angriff mit Chemiewaffen auf Douma, der mindestens 34 Menschen das Leben kostete, die in Kellern Schutz vor den Bomben gesucht hatten, darunter viele Kinder. 

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Eine arabische Feministin: Königin Iffat von Saudi-Arabien (1916-2000)

Für dieses Portrait der Ehefrau von König Faisal von Saudi-Arabien habe ich mehrere Quellen herangezogen.

 Königin Iffat, mit vollem Namen, Iffat bint Muhammad bin Abdullah al-Thunayan, Witwe des ermordeten Königs Faisal, war die erste Königin der Al-Saud, die in der Öffentlichkeit auftrat, wichtige Reformen anstieß, Schulen für Mädchen und Jungen sowie eine Universität gründete,weibliche Staatsgäste empfing und Europa und die USA bereiste. Von ihrem Mann wurde sie stets unterstützt.

Der amerikanische Orientalist Joseph A. Kechichian hat über sie eine Biographie geschrieben, die er in dem unten eingebundenen Video vorstellt. Dswegen habe ich meine Übersetzung mit weiteren Informationen von ihm ergänzt. Er schreibt, sie sei eine Pionierin gewesen, die "den Träumen der saudischen Frauen Flügel verliehen" habe. Ich denke, sie ist eine Persönlichkeit, die es wert ist, daß sich auch Westler*innen mit ihr beschäftigen. Ihre Töchter und Enkelinnen, aber auch viele andere Frauen in Saudi-Arabien führen heute ihr Vermächtnis fort.

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Wenn der Osterhase am Karfreitag tanzen will

Wer dachte, der Zenit der Schwachsinns-Aufreger sei schon längst erreicht, wird in dieser Woche eines Schlechteren belehrt. ich habe ja schon mehrfach darüber geschrieben, wie irgendwelcher Blödsinn, von irgendjemandem in die Welt und dann den Muslimen auf die Rechnung gesetzt wird,  wie hier, hier und hier.

Und ich musste feststellen, daß die Karfreitagstanzerei manchen so ein Bedürfnis ist, daß sie dafür sogar in Kauf nähmen, wenn eine große Bevölkerungsgruppe wieder mit Dreck beworfen würde. Die Streiter für den Osterhasen und das Tanzen am Karfreitag haben mehr gemein als ihnen lieb sein dürfte.

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Wer bin ich und was möchte ich?

Wer bin ich

promovierte Ärztin für Allgemeinmedizin, pensionierte Sanitätsoffizierin der Bundeswehr mit Erfahrung von mehreren Auslandseinsätzen, auch in Notfall- oder Katastrophenmedizin, mehrsprachig, Muslima seit fast 30 Jahren, mit vielen Interessen. Ich bin gebürtige Kölnerin und lebe jetzt im Allgäu.

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Was ich jetzt gerne tun möchte


Reisen und Leute treffen, darüber und über die anderen Themen schreiben, die mich interessieren: Rechtsextremismus, ABC-Gefahren und Entwicklungen, Osteuropa - besonders Russland und Ukraine, Umwelt, Geschichte, Gesundheit, Philosophie, Islam, Urban Gardening und Reisen.