Neues von der Kopftuchfront - Teil 2. Leimrute Burka

Seit die CDU - um gegenüber der AFD Boden gut zu machen - die Debatte über das angeblich so notwendige Verbot der "Burka" losgetreten hat, kocht nicht nur das Netz: jedeR, ob Ahnung oder nicht, muss sich zu Wort melden und seine Meinung zum Thema in die Gegend pusten und auf den Ablenkungsdiskurs einsteigen.

 

Zu hinterfragen ist für mich, wieso die Leute - viele von ihnen verstehen sich explizit als Linke! - auf gerade dieses Thema mit so viel emotionaler Verve einsteigen...

 

Aktuell wird sich an das angebliche Verbot in Marokko geklammert - ohne daß man weiss, was da eigentlich verboten wurde.

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Schwestern-Umra nach Saudi-Arabien - Teil 1

Vom 26. Dezember bis zum 9. Januar war ich wieder in Saudi-Arabien, auf umra, der Kleinen Pilgerfahrt, die dem Gläubigen weniger abverlangt als die Große Pilgerfahrt, die Hadsch.

Was ich dabei erlebt habe, berichte ich in  mehreren Folgen.

Vielleicht gelingt es mir ja, den herumwabernden orientalistisch (im Sinne Edward Saids)-kulturalistischen Memes, die gerade aktuell zu Hauf wieder durch Medien und Netz geistern, etwas entgegenzusetzen.Ich will mich nicht als Saudi-Arabien-Expertin aufblasen, die ich nicht bin - es geht um meine persönlichen Erfahrungen und die Schlüsse, die ich daraus ziehe.

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Glaubens- und Propagandakrieg um die Weihnachtsgans als solche...

Ich bemühe mich seit etwas mehr als 3 Jahren, vegan zu leben. Das klappt nicht immer, aber immer öfter.

Was dabei allerdings nervt: die Debatte über das Eßverhalten wird von Vielen offenbar mit einem Glaubenskrieg verwech- selt. Gerade ist sie wieder hochgeploppt, weil der Manager einer aus meiner Sicht mittlerweile ziemlich abgesagten Hiphop-Band, der Fantastischen Vier, versucht, den Entertainer Frank Zander anzuzählen, der seit 22 Jahren, wesentlich auf eigene Kosten, Weihnachten für bis zu 3000 Obdachlose ein Gänseessen veranstaltet und sich offenbar auch sonst für Obdachlose engagiert, was bereits mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt wurde. Manager Lasker hat nichts dergleichen aufzuweisen, aber eine Meinung dazu.

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Sawsan Chebli und Andrej Holm - der Nachtrag

Zu früh gefreut:

 

Shitstorm gibt es jetzt auch zur Berufung des Stadtsoziologen Andrej Holm zum Berliner Staatssekretär für Wohnen - und der Shitstorm gegen Sawsan Chebli geht weiter, obwohl überall nachlesbar ist, was sie WIRKLICH zu Scharia und Kopftuch gesagt hat.

 

Und jetzt gibt es auch einen Shitstorm gegen Andrej Holm - wegen dessen "Stasi-Vergangenheit".

 

Übrigens steht da schon wieder Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, an der Spitze der Bewegung, der erst neulich durch die Medien ging, weil er sich gegen Anetta Kahane, die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung positionierte, deren "Stasi-Vergangenheit" hinlänglich bekannt und längst geklärt ist.

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Neues von der Kopftuchfront - Teil 1

„Frauen befreien“ geht als Begründung und Ablenkung eigentlich immer, auch wenn man ein ganz anderes Ziel vor Augen hat. So hieß ein Pamphlet, das am Ende des 19. Jahrhunderts erschien: „Befreit die Türkin“ – zeitgleich war man dabei, den „kranken Mann am Bosporus“ zu zerlegen.  In den zwanziger Jahren zogen die Bolschewiki in den muslimischen Ländern den „hujum“ durch: die gewaltsame Entschleierung der Musliminnen in den Ländern ihres Machtbereichs.

Atatürk verbannte das Kopftuch ebenfalls, genau wie der erste Pahlevi. Die angebliche Befreiung schlug sehr schnell in Unterdrückung um, sie ließ die Frauen  ärmer an Entwicklungsmöglichkeiten zurück. Der Diskurs hat sich gewandelt: die vormals unterdrückte Muslima wurde zur hartnäckigen Integrationsverweigerin, aber wenn sie integriert ist, und gar Karriere Macht, wie Sawsan Chebli, hebt sogleich der Verdächtigungsdiskurs an Es ist für die Muslima essenziell: sie ist irgendwie falsch.  Aus der Kiste geholt wird sie immer dann, wenn es gilt, von wichtigeren Fragen abzulenken. Exemplarisch standen einige Frauen schon im shitstorm, als der noch analog war. Die Frauenbefreier*innen stehen in einer langen Unterdrückungstradition, die sich aktuell auch und gerade im Sport und in der Politik austobt.

 

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Schlafapnoe: Charles Dickens, das Übergewicht und ich

Wer öfters schon Texte von mir gelesen, oder Bilder von mir gesehen hat, weiß, daß ich deutlsch zu klein bin für mein Gewicht, also - nach Garfield -  untergrößig. Oder, sagen wir es deutlich: übergewichtig. Und das kommt ganz klar vom - zuviel und zu gut - Essen. Wie jedeR Übergewichtige bin ich auch eine wahre Diätexpertin, ich habe schon zentnerweise abgenommen, aber, so glaube ich, das eigentlich nicht ernsthaft verfolgt. Tief im Inneren wusste ich: "Jedes Pfund ist schön an mir".

Jetzt habe ich die - vorläufige - Quittung: ein Schlafapnoe-Syndrom, und seit dem 24. Apriol habe ich eine Maske und das Gerät für die sog. CPAP-Therapie. Da der ganze Komplex viel zu wenig bekannt ist, dachte ich mir, das ist doch ein gutes Thema. Was das mit Charles Dickens zu tun hat?

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Anlässlich der Rosenburg- Akte:         Roland Freisler -  Vom Kommunisten zur "Panzertruppe der Rechtspflege"

Eigentlich wollte ich das erst an seinem Geburtstag veröffentlichen, aber am Tag der Veröffenlichung der "Rosenburg"-Akte" soll jetzt über die links-rechts Karriere eines besonders wirkmächtigen Juristen, Roland Freisler, und über einen Nachkriegs-Pensionsskandal berich tet werden:

Die Cellesche Zeitung veröffentlicht die Geburtsanzeige für den am 30.Oktober geborenen ersten Sohn des Ehepaares Julius und Florentine Freisler, Roland. Ein zweiter Sohn, Oswald, wird 1895 geboren. Vater Freisler ist Ingenieur und Lehrer. Roland geht zunächst in Aachen auf das Gymnasium, macht, wegen Umzugs der Familie, 1912 in Kassel Abitur – als Klassenbester. Auf seine „humanistische“ Bildung wird er auch später großen Wert legen: mit seinem guten Juristenkumpel Hans Frank (dem Schlächter von Polen) soll er ausschließlich in Latein kommuniziert haben.

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Duma-Wahlen auf der Krim: illegitim

Wie die russischen Duma-Wahlen auf der Krim mehr als der Hälfte der russischen Abgeordneten die Legitimität nehmen:
Erklärt von Dmytro Kuleba, Ständiger Vertreter der Ukraine beim Europarat.
Folgender Text wurde auf der Facebook-Seite der ständigen Vertretung der Ukraine beim Europarat am 14.09.2016 veröffentlicht und von Martina Steis aus dem Ukrainischen übersetzt.
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Wer bin ich und was möchte ich?

Wer bin ich

promovierte Ärztin für Allgemeinmedizin, pensionierte Sanitätsoffizierin der Bundeswehr mit Erfahrung von mehreren Auslandseinsätzen, auch in Notfall- oder Katastrophenmedizin, mehrsprachig, Muslima seit fast 30 Jahren, mit vielen Interessen. Ich bin gebürtige Kölnerin und lebe jetzt im Allgäu.

Kontakt

Wer mit mir in Kontakt treten möchte, kann das demnächst über dieses Formular tun. Sobald es mir möglich ist, werde ich antworten. Bettelbriefe, Beleidigungen und Drohungen werden allerdings sofort gelöscht.


Was ich jetzt gerne tun möchte


Reisen und Leute treffen, darüber und über die anderen Themen schreiben, die mich interessieren: Rechtsextremismus, ABC-Gefahren und Entwicklungen, Osteuropa - besonders Russland und Ukraine, Umwelt, Geschichte, Gesundheit, Philosophie, Islam, Urban Gardening und Reisen.