Petersburger Soldatenmütter: Neue App zum Schutz der Wehrpflichtigen

Global-Voices-Autorin Tetyana Lokot am 23.05.2016:

 

Menschenrechtsaktivisten haben eine neue mobile App für russische Wehrpflichtige herausgebracht, die diese mit nützlichen Informationen über die dringendsten Fragen zur Wehrpflicht versorgt, und ihnen ermöglicht, unabhängig ihre Rechte zu verteidigen.

 

"Rekrut online", (Призывник Онлайн) wurde von den Petersburger Soldatenmüttern gestartet, einer Non-Profit-Organisation, die von Müttern junger Wehrpflichtiger gegründet wurde, um dem Mißbrauch und den Menschenrechtsverletzungen, denen die Wehrpflichtigen im Militär ständig ausgesetzt sind.

Die App ermöglicht jedwedem Wehrpflichtigen, einschließlich derer, die sich entschieden haben, den Wehrdiensr zu leisten und denen, die eine Befreiung beantragt haben, einen schnellen Zugang zu juristischem Tat und zu Beispielen für die üblichsten Verletzungen von Rechten der Wehrpflichtigen. Im Falle einer Rechtsverletzung können die Nutzer Vorlagen für die notwendigen Erklärungen und Klagen sowie Kontaktinformationen relevanter Aufsichtsbehörden, sowie die Nummern einer Menschenrechtshotline. Die Rekruten können die App ebenfalls nutzen, um mit über ein spezielles Kontaktformular mit den Rechtsanwälten der Organisation in Verbindung zu treten.

Ein wichtiges Instrument der Rekrut-online-App ist ein spezieller "Notfallknopf", der dem Nutzer erlaubt, unauffällig eine dringliche SMS an seine Familie zu schicken - für den Fall, daß er illegal

festgesetzt oder in die Armee zwangsrekrutiert wurde.

Die App ist gegenwärtig für Android-Geräte auf  Google Play erhältlich (allerdings nicht in Deutschland.DS).

Die Nichtregierungsorganisation der Petersburger Soldatenmütter wurde 1991 gegründet um ein Bewusstsein für die Rechtsverletzungen in den Streitkräften zu wecken. Sie versorgt die russischen Rekruten und ihre Familien mit Rechtshilfe.

 Im August 2014, wurde die NGO als "ausländischer Agent"  etikettiert, nach einem Gesetz von 2012, das russische Non-Profit-Organisationen zwingt, dieses Etikett zu akzeptieren, sofern sie finanzielle Unterstützung aus dem Ausland erhalten und sich zu einem bestimmten politischen Thema engagieren. Die NGO bestand jedoch darauf daß sie schon Monate bevor ihr das Etikett angehängt wurde, keine Zahlungen mehr angenommen habe. Im Oktober 2015 entfernte das russische Justizministerium die Organisation von der Liste.

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