Das Platzen des Traums von "Big Deal" mit Trump macht Putin noch gefährlicher

Quelle: Paul Goble, Windowoneurasia, 16.2.2017

 

Diese Männerfreundschaft kam nicht richtig ans laufen, und es scheint so, daß Putin aufs falsche Pferd gesetzt hat - nachdem der als Nationaler Sicherheitsberater gepflanzte pensionierte General Michael Flynn so dumm aufgefallen und schon nach vier Wochen so vor die Wand gefahren war, zeitigt ganz offensichtlich der Einsatz von Assange, Geld und Hackern nicht den gewünschten Erfolg und wird ihn auch nicht mehr zeitigen. Unter Berufung auf den russischen oppositionellen Wissenschaftler und politischen Analysten Andrej Piontkowski setzt sich der amerikanische Russlandexperte Paul Goble, der mit seiner Einschätzung nicht alleine steht, heute auf seinem Blog damit auseinander:

Bildnachweis: Screenshot Focus-Online vom 16.2.2017 - Klick auf das Bild führt zuw weiteren Informationen.

Staunton, 16. Februar 2017 -

Andrej Piontkowski hat zweifellos recht, wenn er schreibt, daß ein "big deal" zwischen Moskau und Washington "unmöglich" geworden sei, wenn man die zusätzlichen Ergebnisse des des Flynn-Skandals betrachtet: "Jeder Schritt von Trump in diese Richtung würde seinen politischen Tod bedeuten.

 Doch, währenddessen sagt der russische Kommentator in seinem neuesten Artikel nicht, daß der offensichtliche Kollaps von Putins Berechnungen, die neue US-Regierung, die er so offen unterstützt hat, würde ihm einen solchen Deal frei Haus liefern, den Kreml-Führer kurzfristig noch gefährlicher macht und das aus mindestens zwei Gründen:

 

Einerseits: so lange, wie Putin das Gefühl hatte, er hätte in Washington etwas zu verlieren, wenn er in der Ukraine oder andernorts aggressiver auftritt, hat er zurückhaltender operiert,als das jetzt der Fall sein mag. Wenn er das Gefühl hat, er hat nichts mehr zu verlieren, kann der Kreml-Führer zwar pleite gehen, und doch eine sogar noch größere Invasion in der Ukraine beginnen, oder irgendwelche Schritte andernorts.

 

Und andererseits: exakt weil der Flynn-Skandal das Trump-geführte Weiße Haus so durcheinandergebracht hat, könnte Putin daraus den Schluß ziehen, daß es an der Zeit sei, loszuschlagen, denn er mag voraussetzten, daß er das straflos tun kann. Denn sogar, falls Trump ihm kein großes, günstiges Schnäppchen liefert, werde der Präsident nur mit Rhetorik antworten.

Bildnachweis: Screenshot von der Seite des Schweizerischen Rundfunks und Fernsehens. Klick auf das Bild führt auf die Seite sowie zum Podcast und weiteren Informationen.

Putins Berechnung mag jetzt falsch gewesen sein, doch falls er in diesen Kategorien denkt - und da Putin mehr Taktiker als Stratege is, ist das wahrscheinlich - könnte er sich nach diesen Kategorien verhalten. Und das könne weine wesentlich größere Bedrohung für die Nachbarn Russlands und sogar für den Welfrieden und die Sicherheit in Europa darstellen.

Der Autor dieser Zeilen ist jemand, der die Art  von "Schäppchen", das sich Putin und einige angebliche "Realisten" in den USA sich wünschen, sehr gefürchtet hat, denn ein solches Schnäppchen hätte nicht nur Amerikas FReunde in der Welt verraten. Deswegen wäre er sehr zufrieden, wenn ein solcher Deal so lange nicht möglich wäre, wie in Moskau ein aggressiver Diktator an der Macht ist.

Doch genau wegen und nicht trotz dieser Gefühle binn ich überzeugt, daß die Welt und das Us-amerikanische Außenpolitische Establisment auf den ersten Blick erkennen muß, daß das Ende von Putins jüngster Phantasie ihn noch mehr und nicht weniger gefährlich macht, und daß der Westen darüber nachdenken sollte und nun handeln und ihm entgegentreten. .

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